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Bundesliga:DFB setzt Krug als Videobeweis-Chef ab

  • Hellmut Krug ist nicht mehr für die Umsetzung des Videobeweises beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) verantwortlich. Der DFB setzte ihn als Leiter des Projektes ab.
  • Krug wird vorgeworfen, Einfluss auf die Entscheidungen des Videoschiedsrichters genommen zu haben.
  • Krugs Aufgaben übernimmt bis auf weiteres Schiedsrichter-Chef Lutz Michael Fröhlich.

Hellmut Krug ist nicht mehr Projektleiter Videobeweis beim Deutschen Fußball-Bund. Dies teilte der DFB an diesem Montag nach einer Krisensitzung in Frankfurt mit. Krug wird künftig durch Schiedsrichter-Chef Lutz Michael Fröhlich ersetzt. Unterstützt wird dieser im operativen Bereich durch Florian Götte, den Abteilungsleiter Schiedsrichterwesen im DFB.

Der DFB stellte zudem klar, dass Krug wie auch die anderen Supervisoren "künftig während der Spiele keine direkte Kommunikation mehr mit den Video-Assistenten haben werden". Der 61-Jährige soll aber in dem Gesamtprojekt weiter engagiert bleiben und sich auf die inhaltliche Analyse und die fachliche Dokumentationkonzentrieren sowie wie bisher die Berichterstattung an das internationale Regelboard IFAB leisten. Krug selbst wollte sich auf Anfrage der Deutschen Presseagentur nicht dazu äußern.

Gegen Krug waren am Wochenende Vorwürfe laut geworden, wonach er in seiner Funktion als Projektleiter Videobeweis und Supervisor beim Bundesligaspiel VfL Wolfsburg gegen Schalke 04 zweimal in die Entscheidung des zuständigen Video-Assistenten eingegriffen haben soll. Beide Entscheidungen kamen laut Bild am Sonntag Schalke zugute, aus dessen Stadt Gelsenkirchen der frühere Fifa-Referee kommt. Krug und der beteiligte Video-Assistent Marco Fritz wiesen das jedoch zurück. Krug hatte zuletzt auch seinen Platz in der DFB-Schiedsrichterkommission Elite verloren, nachdem Referee Manuel Gräfe schwere Anschuldigungen gegen ihn und seinen Funktionärskollegen Herbert Fandel erhoben hatte.

Zudem gab der DFB in der Mitteilung zu, dass es Probleme und Unklarheiten bei der Umsetzung des Videobeweises gibt. "Zur generellen Frage, wann und in welchen Situationen der Video-Assistent einschreitet, haben die Verantwortlichen von DFB und DFL klar festgehalten, dass hier die ursprüngliche Definition des Projektes maßgeblich sein muss, die sich an internationalen Vorgaben orientiert." Demnach soll der Videoschiedsrichter nur bei klaren Fehlentscheidungen korrigierend eingreifen. Ein Schreiben der Schiedsrichter-Führung an die Bundesliga-Vereine, das vor Kurzem an die Öffentlichkeit gelangt ist und in dem etwas anderes behauptet wurde, sei gegenstandslos. Der DFB wolle seine Richtlinien demnächst nochmal klar kommunizieren. "Maxime bleibt dabei, dass der Video-Assistent in seiner Rolle kein Oberschiedsrichter ist, sondern eine Unterstützung für den verantwortlichen Schiedsrichter auf dem Rasen", heißt es dazu weiter.

DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann gibt zu: "In den vergangenen Wochen hat es Irritationen über das Rollenverständnis und die Zielsetzung des Projektes gegeben. Es ist deshalb wichtig, mit Blick auf den bisherigen Projektverlauf eine klare Linie festzulegen und sie jetzt zeitnah allen Beteiligten zu vermitteln."

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