Borussia Mönchengladbach:Ein Drittel der Mannschaft fehlt

Es gibt nämlich eine Statistik, die Eberl dem Trainer nicht ankreidet. Wenn die 24 wichtigsten Spieler des Kaders für die bisherigen 30 Saisonspiele immer komplett zur Verfügung gestanden hätten, wäre Gladbach auf eine theoretische Maximalquote von 720 gekommen. Weil aber gleich 20 Profis zusammen insgesamt 231 Spiele verletzungsbedingt versäumt haben, beklagt Gladbach eine Ausfallquote von 32 Prozent. Knapp ein Drittel der Belegschaft hat über die Saison hinweg also gefehlt. Diesen Faktor nennen sie bei Borussia Mönchengladbach immer als ersten, wenn sie die schwache Saison erklären sollen. Doch damit allein kann man die Enttäuschung auch nicht rechtfertigen.

In der Bundesliga führen Gladbacher Profis drei Statistiken an: Lars Stindl ist in dieser Saison der lauffreudigste Spieler (348 Kilometer), Denis Zakaria bringt die meisten Pässe zum eigenen Mann (91 Prozent), Thorgan Hazard absolviert die meisten Sprints (897). Der Einsatz stimmte oft, was fehlte, war die Effektivität. Der Belgier Hazard ist mit 77 Torschüssen, neun Treffern und vier Torvorlagen dreimal der intern Beste in der Torannäherung- und vollstreckung. Doch er allein kann es nicht richten. Unter den acht besten Teams hat Gladbach mit 39 Toren die wenigsten Treffer erzielt, in der ganzen Liga mit 48 Gegentoren jedoch die drittmeisten kassiert. Nur die vom Abstieg bedrohten Freiburg (50) und Köln (58) haben mehr Tore zugelassen.

"Wir haben eine große Aufgabe zu lösen", sagt Eberl, "im Sommer müssen wir anpacken." Das klingt so, als wolle sich Borussia Mönchengladbach nicht noch die dritte erfolglose Saison nacheinander erlauben. Dann wäre im Niemandsland wohl irgendwann doch noch der Teufel los.

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