Diamond League:Semenya gibt sich kämpferisch

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IAAF Diamond League - Doha 2019

Bleibt kämpferisch: Caster Semenya.

(Foto: Getty Images)

Zwei Tage nach dem CAS-Urteil gewinnt die Südafrikanerin in Doha. Zverev verliert gegen Garin und kann seinen Titel nicht verteidigen. Die Bamberger Basketballer scheiden im Halbfinale der Champions League aus.

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Diamond League, Caster Semenya: Caster Semenya stand regungslos auf der Bahn, den Beifall für ihren letzten Sieg nach der alten Leichtathletik-Zeitrechnung genoss die meistdiskutierte Läuferin der Welt mit schüchternem Lächeln. Beim Auftakt der Diamond League in Doha beherrschte die 800-m-Olympiasiegerin aus Südafrika ihre Konkurrenz erneut nach Belieben. Ein letztes Mal, bevor am Mittwoch die Testosteronregel in Kraft tritt, die Semenyas Vorherrschaft beenden könnte.

"Meine Überzeugung ist es, dass es für alles einen Ausweg gibt. Wenn vor mir eine Mauer steht, springe ich drüber", sagte Semenya kämpferisch nach ihrem Erfolg am Ort der kommenden WM (27. September bis 7. Oktober 2019) in hochklassigen 1:54,98 Minuten: "Ich werde weiter trainieren und laufen. Für mich ist nichts unmöglich." Seit September 2015 ist die 28-Jährige über die zwei Stadionrunden ungeschlagen. Dass sich unter dem alten Regelwerk daran zeitnah etwas geändert hätte, ist angesichts des Auftritts in Doha, wo sie weit vor der Olympiazweiten Francine Niyonsaba aus Burundi (1:57,75) ins Ziel lief, zweifelhaft.

Semenya, die am Mittwoch vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS mit ihrer Klage gegen die ab dem 8. Mai gültigen IAAF-Vorgaben gescheitert war, muss aber nun ihren natürlichen Testosteronwert künstlich senken - wie sich das leistungstechnisch auswirken wird, ist unklar. "Für mich ist im Leben nichts schwierig, denn es liegt an dir, wie du das Leben nimmst", sagte Semenya: "Als Athlet glaube ich an sportliche Werte und daran, dass der Sport dich lehrt, gegen alle Unwahrscheinlichkeiten weiter zu kämpfen. Ich habe einen starken Glauben, und deshalb glaube ich, dass es immer einen Weg gibt, um Probleme zu lösen."

BMW Open, Alexander Zverev: Der Deutsche steckt offensichtlich weiter in einem beunruhigenden Formtief. Auch beim ATP-Turnier in München setzte sich für Deutschlands besten Tennisspieler die Serie der frühen Niederlagen fort, als Titelverteidiger scheiterte der Weltranglistendritte auf dem Weg zum Hattrick bei den BMW Open im Viertelfinale. An einem nasskalten Tag unterlag Zverev dem Chilenen Cristian Garin mit 4:6, 7:5, 5:7, nachdem er im zweiten Satz zunächst drei Matchbälle abgewehrt und im entscheidenden Durchgang selbst zwei Matchbälle vergeben hatte.

Bei nasskaltem Wetter hatte es Zverev offensichtlich eilig, vom vollbesetzten Center Court wieder ins Clubhaus zu kommen. Bei jedem Ballwechsel war der Hamburger auf eine schnelle Entscheidung aus, allerdings unterliefen ihm nach souveränem Beginn und einer 3:0-Führung zunehmend Fehler. Garin dagegen wurde immer sicherer und nutzte nach 2:11 Stunden seinen vierten Matchball, nachdem er zuvor bereits drei vergeben hatte und Zverev danach Oberwasser zu haben schien. Sein Gegner im Halbfinale ist Marco Cecchinato aus Italien.

Wie schon in seinem Auftaktmacht am Mittwoch gegen Juan Ignacio Londero aus Argentinien, gegen den er 4:1 in Führung gelegen hatte, stieß Zverev nach gutem Beginn auf Probleme: Bisweilen suchte er zu schnell und überhastet die Entscheidung und spielte Garin damit in die Karten. Der 47. der Weltrangliste agierte auf dem langsamen Untergrund solide und geduldig und ließ sich auch nicht verunsichern, als Zverev den zweiten Satz gewann und im entscheidenden Durchgang sogar mit 2:0 und 4:2 bei eigenem Aufschlag vorne lag. Bei 5:4 vergab er zwei Matchbälle.

Dabei war Zverev vor dem Match noch guter Dinge gewesen. "Gott, bin ich froh, wieder in München zu sein", hatte er gerufen, als er sein Auftaktmatch in zwei Sätzen und trotz der Probleme im ersten Durchgang gewonnen hatte. Der Weltranglistendritte hat bislang kein gutes Jahr, die vergangenen drei Wochen auf Sand waren erst recht miserabel gewesen - seine Erleichterung nach dem Erfolg gegen Londero war also allzu verständlich.

Zverev wertete seinen Auftakterfolg in München auch als ersten Schritt in die richtige Richtung. Er ahnte allerdings auch, dass er noch weit entfernt war von seiner Bestform und vom Titel-Hattrick in München. "Es kann noch sehr viel passieren", sagte er. Und doch verhehlte er auch nicht, wie gut es ihm tut, gerade jetzt, wo er eine schwierige Phase erlebt, in München zu sein. Hier, sagte er, fühle er eine "positive Energie". Am Freitag war der Zauber verflogen. In München, hatte Zverev gehofft, werde sich alles zum Guten wenden - doch die Ernüchterung folgte nur zwei Tage nach dem Hoffnungsschimmer.

Champions League, Brose Bamberg: Der deutsche Basketball-Pokalsieger Brose Bamberg hat den Finaleinzug in der Champions League klar verpasst. Das Team von Trainer Federico Perego unterlag im Halbfinale des Final Four dem italienischen Vertreter Virtus Bologna mit 50:67 (28:42).

Topscorer der Bamberger war Spielmacher Tyrese Rice mit 21 Punkten, bei Bologna brachte es Kevin Punter für das Team des ehemaligen Bayern-Trainers Sasa Djordjevic ebenfalls auf 21 Zähler. Bamberg trifft am Sonntag im Spiel um Platz drei auf den Verlierer der Halbfinalpartie zwischen Gastgeber Giants Antwerpen und dem 2017er-Champion Iberostar Teneriffa. Bisher gelang es keinem deutschen Team, den von der FIBA veranstalteten Wettbewerb zu gewinnen, der seit der Saison 2016/17 ausgetragen wird.

3. Liga, 1. FC Kaiserslautern: Der finanziell angeschlagene Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern hat über die sogenannte Betze-Anleihe II und ein Crowdlending bei Kapilendo insgesamt drei Millionen Euro zusammenbekommen. Dies teilte der Traditionsclub am Freitagabend mit. Mit dem Modell konnten die Fans zwischen dem 1. und 30. April den FCK unterstützen. Der frühere deutsche Meister kämpft weiter um die Lizenz für die neue Saison.

"Wir können nur ein riesengroßes Dankeschön an alle aussprechen, die sich beteiligt haben. Wir wissen, dass dies keinesfalls selbstverständlich ist - aber gerade das macht einen Traditionsclub wie den FCK aus", sagte der kaufmännische Geschäftsführer Michael Klatt in einer Presseerklärung. Die mit etwa 20 Millionen Euro an Verbindlichkeiten belasteten Pfälzer verhandeln derzeit mit Investor Flavio Becca aus Luxemburg, um die Zukunft des Clubs zu sichern.

Ligue 1, PSG: Jungstar Kylian Mbappe vom französischen Fußballmeister Paris St. Germain ist für drei Spiele gesperrt worden. Gegen Mbappes Mitspieler Neymar eröffnete der französische Fußball-Verband FFF ein Disziplinarverfahren. Der 20 Jahre alte Weltmeister Mbappe hatte sich bei der Blamage im Pokalfinale gegen Außenseiter Stade Rennes (5:6 im Elfmeterschießen) kurz vor Ende der Verlängerung zu einem hässlichen Foul gegen Rennes-Verteidiger Damien Da Silva hinreißen lassen. Dafür sah der Stürmer die Rote Karte und stand für das Elfmeterschießen nicht mehr zur Verfügung. Nachdem der Jungstar bereits ein Spiel ausgesetzt hat, fehlt er seiner Mannschaft am Samstag im Ligaspiel gegen OGC Nizza und in der Woche darauf bei Angers SCO. Für die letzten beiden Saisonspiele ist Mbappe wieder spielberechtigt.

Neymar hatte nach dem verlorenen Finale auf dem Weg zur Siegerehrung von einem Fan verbal provozieren lassen und dem Pöbler ins Gesicht geschlagen. Der Brasilianer war erst zwei Tage zuvor von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) für drei Spiele in der Champions League gesperrt worden. Der 27-Jährige hatte nach dem Aus im Achtelfinale gegen Manchester United in einem Instagram-Post das Schiedsrichtergespann beleidigt.

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