Schiedsrichter für Deutschland-Spiel Wiedersehen mit Ricci

Pfiff das 2:2 der DFB-Elf gegen Ghana: Sandro Ricci (re.)

(Foto: dpa)

Der brasilianische Schiedsrichter Sandro Ricci leitet zum zweiten Mal bei dieser Fußball-WM ein Spiel der deutschen Nationalmannschaft, diesmal das Achtelfinale. Brasiliens Idol Pelé und der Fifa-Boss Blatter finden deutliche Worte für den WM-Verbannten Luis Suárez.

Deutschland, Schiedsrichter: Der brasilianische Schiedsrichter Sandro Ricci pfeift das WM-Achtelfinale der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Algerien. Der 39-Jährige hatte bereits das 2:2 der DFB-Auswahl gegen Ghana in der Vorrunde geleitet. Für Ricci ist die Partie in Porto Alegre am Montag (22 Uhr) der dritte Auftritt bei der Weltmeisterschaft in seinem Heimatland. Zum Auftakt war er beim 3:0-Sieg der Franzosen gegen Honduras im Einsatz. Das zweite Achtelfinale am Montag zwischen Frankreich und Nigeria steht unter der Leitung des US-Amerikaners Mark Geiger, wie der Weltverband Fifa am Samstagabend mitteilte.

Luis Suárez, Reaktionen: Anders als Diego Maradona hält Brasiliens Fußball-Idol Pelé die Disziplinarstrafe gegen Uruguays Nationalspieler Luis Suárez für korrekt. "Die Entscheidung der Fifa war gut, sie war richtig, weil man ein Beispiel geben muss. Wenn dieses Beispiel nicht am Anfang gegeben wird, dann kann sich das verbreiten", sagte der 73-Jährige in Rio de Janeiro. "Ich denke es war gerecht, weil es (die Fifa-Entscheidung) von jetzt an als Parameter dienen wird." Maradona hatte die WM-Rekordsperre gegen Suárez dagegen als eine "eine unfaire Strafe, ein unglaubliches Mafia-Ding" bezeichnet.

Joseph Blatter hat derweil die Beißattacke von Luis Suárez kritisiert, eine Bewertung der drastischen Strafe allerdings abgelehnt. "Ich kämpfe für Fair Play, besonders auf dem Platz. Und das ist nicht fair, was er getan hat", sagte der Weltverbandschef über das Vergehen des uruguayischen Stürmers. Die Fifa-Disziplinarkomission hatte Suárez nach dessen Attacke gegen Italiens Giorgio Chiellini für neun Pflicht-Länderspiele gesperrt und vier Monate lang von allen Fußball-Aktivitäten verbannt. "Die Entscheidung zu diskutieren, die von einem Gremium aus sieben Richtern getroffen wurde, ist nicht meine Aufgabe", betonte Blatter.

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Zuvor hatte Giorgio Chiellini hat die Strafe gegen Suárez als zu hart kritisiert. Der Verteidiger war im Vorrundenspiel gegen Uruguay von seinem Gegenspieler in die Schulter gebissen worden. "Ich glaube, dass die ausgesprochene Sanktion übertrieben ist", schrieb der Profi von Juventus Turin auf seiner Homepage. "Ich hoffe ehrlich, dass er bei den Partien wenigstens in der Nähe der Teamkollegen sein darf, denn so ein Bann ist für einen Spieler wirklich entfremdend."

Nigeria, Protest: Nach dem Streit um WM-Prämien hat sich die Lage bei Nigerias Fußball-Nationalmannschaft wieder beruhigt. Drei Tage vor dem Achtelfinale gegen Frankreich haben die Spieler nach der Ankunft in Brasília am frühen Freitagabend trainiert. Am Vortag hatte das Team eine Übungseinheit in Campinas bei São Paulo boykottiert. Nigerias Präsident Goodluck Jonathan soll nach Angaben des Internetportals africanfootball eine Prämienzahlung von 3,805 Millionen Dollar genehmigt haben. Kapitän Joseph Yobo berichtete von einem Telefonat mit dem Präsidenten und sagte dem Internetportal "KickOffNigeria": "Wir haben nicht gegen irgendjemand gekämpft. Wir wollten sie nur daran erinnern, dass wir auf das warten, was vereinbart war." Trainer Stephen Keshi hatte hingegen die Debatte um WM-Prämien dementiert: "Es gibt hier kein Geld-Thema."

Uruguay, Nationaltrainer: Oscar Tabárez hat als Reaktion auf die seiner Meinung nach überzogene Sperre für seinen Stürmer Luis Suárez sein Amt in der Strategie-Kommission der Fifa niedergelegt. Er könne nicht mehr mit Leuten zusammenarbeiten, die andere Werte vertreten würden als er, sagte Tabárez am Freitag auf einer bemerkenswerten Pressekonferenz im Estádio do Maracanã von Rio de Janeiro. Die Kommission wird von Fifa-Boss Sepp Blatter geleitet. Am Abend vor dem Achtelfinalspiel gegen Kolumbien an diesem Samstag (22.00 Uhr/MESZ) hielt Tabárez einen rund fünfzehnminütigen Monolog, in dem er den Fußball-Weltverband und die internationalen Medien für ihren Umgang mit dem wegen seiner Bissattacke gegen den Italiener Giorgio Chiellini für neun Spiele gesperrten Suárez attackierte.

Proteste, Statistiken: Die Unterstützung für Proteste gegen die WM in Brasilien ist in den vergangenen zehn Monaten in der Bevölkerung des Gastgeberlandes deutlich gesunken. Gemäß einer Erhebung der Regierung fiel die Quote von 75 Prozent im August 2013 auf nur noch 54 Prozent im Mai 2014. Die Proteste gegen das Turnier und die damit verbundenen horrenden Kosten hatten im Vorjahr während des Confed Cups, der WM-Generalprobe, begonnen. Während der WM waren sie aber fast völlig abgeebbt, lediglich Aktionen von wenigen Hundert Menschen fanden nach Regierungsangaben statt.

DFB, Reiseprobleme: Spielerfrauen, Angehörige und Freunde der deutschen Fußball-Nationalspieler haben am Donnerstagabend eine Schrecksekunde erlebt. Die Charter-Maschine, mit der sie nach dem 1:0 gegen die USA und dem Einzug ins WM-Halbfinale vom Spielort Recife zurückflogen, musste beim Landeanflug auf Porto Seguro durchstarten. Aufgrund der widrigen Wetterverhältnisse am Zielflughafen brach der Pilot einen ersten Landeversuch ab und unternahm einen zweiten Anlauf. Mit etwas Verspätung kamen die Passagiere dann in Porto Seguro an, wo vielen von ihnen aber noch die Knie schlotterten. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bestätigte den Vorfall. Nationalmannschafts-Sprecher Jens Grittner betonte auf SID-Anfrage allerdings: "Es bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Passagiere. Der zweite Landeanflug war dem sehr schlechten Wetter geschuldet." Nach Informationen von Bild waren unter anderem Bastian Schweinsteigers Freundin Sarah Brandner, Mesut Özils Lebensgefährtin Mandy Capristo sowie Mario Götzes (22) bessere Hälfte Ann-Kathrin Brömmel an Bord. Auch Torhüter Ron-Robert Zieler war auf dieser Maschine.

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USA, Verletzung: US-Nationalspieler Jermaine Jones (32) hat im Spiel gegen die deutsche Mannschaft (0:1) einen Nasenbeinbruch erlitten. Dies teilte ein Sprecher des US-Teams nach eingehenden Untersuchungen am Freitag mit. Die Verletzung hatte sich der ehemalige Bundesliga-Profi bei einem Zusammenprall mit einem Teamkollegen in der Schlussphase des Deutschland-Spiels am Donnerstag zugezogen. Für das Achtelfinale gegen Belgien am kommenden Dienstag (22.00 Uhr/MESZ) gab der amerikanische Fußballverband USSF aber Entwarnung. Jones werde ohne Maske auflaufen können. Das Auslaufen der Mannschaft von Nationaltrainer Jürgen Klinsmann auf dem Trainingsgelände des FC São Paulo absolvierte der Ex-Schalker ohne Probleme. Stürmer Jozy Altidore könnte nach seiner im ersten WM-Spiel gegen Ghana erlittenen Oberschenkelverletzung gegen Belgien in den Kader zurückkehren. "Wir sind sehr optimistisch. Jeder Tag ist ein Schritt nach vorne", sagte Klinsmann. Altidore trainierte am Freitag aber noch individuell.