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Elf Spieler zum Nachnominieren:Blümchen ins Tor, Ballack auf die Bank

Wie könnte die WM in Brasilien noch unterhaltsamer, noch aufregender, noch spektakulärer werden? Wir hätten da ein paar Vorschläge. Elf Akteure, die die SZ.de-Sportredaktion umgehend einfliegen lassen würde - mit Abstimmung.

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Elf Spieler zum Nachnominieren:Mario Gomez

Mario Gomez

Quelle: Andreas Gebert/dpa

Wie könnte die WM in Brasilien noch unterhaltsamer, noch aufregender, noch spektakulärer werden? Wir hätten da ein paar Vorschläge. Elf Spieler, die die SZ.de-Sportredaktion umgehend nachnominieren würde - mit Abstimmung.

Mario Gomez: Das Internet ist ja bekanntlich ein Hort des Grauens und des geistigen Verfalls - überall wimmelt es vor halbseidenem Gedöns. Nicht so im Fall von Mario Gomez. Bei ihm ist Premium-Content garantiert. Dass er bei der WM verletzt fehlt, ist allein schon deswegen ein schwerer Verlust, weil er der Welt Dinge wie den "Mario-Gomez-Button" beschert hat. Der "Mario-Gomez-Button" ist ein kleiner Ersatz für alle, die den Stürmer arg vermissen. Wer ihn drückt - man kann das durchaus mehrfach am Tag tun - der bekommt wie von selbst gute Laune. Sehen Sie selbst: Hier. Oder hier, die Extended Version. Und? Funktioniert, gell? Mario Gomez muss man gar nicht mehr nachnominieren - er weilt quasi schon unter uns. Danke, liebes Internet.

(jbe)

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Elf Spieler zum Nachnominieren:Ronaldo

WM 2006 - Brasilien - Australien

Quelle: dpa

Ronaldo: Zugegeben, der auf dem Foto abgebildete Ronaldo hat nicht mehr viel mit jenem Ronaldo gemein, der einst 15 WM-Tore für die brasilianische Elf erzielte. Der Ronaldo des Jahres 2014 hat sich von der Fußballer-Optik weit entfernt. Aber wir wagen ein Zeitexperiment und wünschen uns den fitten Stürmer von damals zurück - damit er mit Miroslav Klose ins direkte Duell gehen kann. Dem Deutschen fehlt nur noch ein WM-Treffer, um Ronaldos Bestmarke zu überwinden und sich allein an die Spitze zu setzen. Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft ... und vielleicht auch das Toreschießen. Klose soll sich schließlich nicht langweilen und in gefährliche Trägheit verfallen.

(ska)

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Elf Spieler zum Nachnominieren:Jens Todt

Arminia Bielefeld v Karlsruher SC - 2. Bundesliga

Quelle: Thomas Starke/Getty Images

Jens Todt: Jens Todt (links im Bild) hat einmal erklärt, wie das damals 1996 lief: "Ich saß abends mit meiner Frau in einer Pizzeria in Bremen, als mein Handy klingelte. Berti Vogts war dran. Er schilderte mir die Situation mit den ganzen Verletzten und Gesperrten. Ich weiß gar nicht mehr, wer alles im Finale nicht dabei sein konnte. Es waren auf jeden Fall viele Spieler. Er sagte mir, dass ich nachnominiert sei." Jens Todt reiste zum Finale nach England, wo er natürlich nicht eingesetzt wurde, allerdings hautnah den bislang letzten Titelgewinn einer deutschen Nationalmannschaft miterlebte. Allein deshalb sollte Todt von Bundestrainer Löw tunlichst nachnominiert werden. Mehr Glücksbringer geht nicht.

(ebc)

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Elf Spieler zum Nachnominieren:Rafinha

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Quelle: AFP

Rafinha: Es ist ja eigentlich kaum zu glauben, dass Felipe Scolari freiwillig auf den kleinen Abwehrwicht Rafinha verzichtet. Schon allein sportlich - in München bei Pep Guardiola erlebte Rafinha jüngst eine Renaissance - aber vor allem aus menschlichen Gründen. Wo Rafinha ist, brodelt nie böses Blut. Der 28-Jährige gehört zu den loyalsten Fußballern, den sich ein Teammitglied wünschen kann. Auch als er unter Jupp Heynckes kaum berücksichtigt wurde, war Rafinha ein frohsinniger Bayern-Repräsentant, twitterte noch vor Mario Götze glückliche Fußballergesichter. Gastgeber-Trainer Scolari sollte ihn schleunigst noch nach Brasilien holen - damit er Bankdrücker Dante bei Laune halten kann.

(ska)

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Elf Spieler zum Nachnominieren:David Alaba

Austria's Alaba and coach Koller react after scoring during their World Cup qualifying soccer match against Ireland in Vienna

Quelle: Dominic Ebenbichler/Reuters

David Alaba: A bisserl is' scho' zum narrisch wer'n, dass aus Österreich kaana dabei is' in Brasilien. Wir könnten uns da einige Freunde aus der Alpenrepublik bestens vorstellen. Armin Assinger zum Beispiel, den legendären Ski-Kommentator, der im ORF bereits für Sternstunden wie diese gesorgt hat. Oder diese. Wenn Österreicher dabei sind, is' eh alles leiwand, das hat sich schon bei Olympia in Sotschi bewahrheitet. Dort avancierte das Austria-Haus bald zum Après-Ski-Mekka. Wünschenswert wäre insofern, dass David Alaba spontan eingeflogen käme. Wenn mit Franck Ribéry schon der lustigste (Fast-)Österreicher nicht dabei ist, könnte mit Alaba wenigstens der zweitlustigste a bisserl Schmäh ins Spiel bringen. Und der beste Linksverteidiger des Turniers wäre er nebenbei auch noch.

(jbe)

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Elf Spieler zum Nachnominieren:Benjamin Blümchen

BENJAMIN-BLÜMCHEN-TAG AM 3. MÄRZ BEI SUPER RTL

Quelle: OBS

Benjamin Blümchen: Viele Tore sind schon gefallen bei dieser WM, verdammt viele. Über 100 Mal zappelte das Netz in der Vorrunde, woran unter anderem Niederländer und Franzosen ihren Anteil hatten. Wie hält man die ganzen eifrigen Torschützen bei Laune? So ein bisschen Förderung kann nicht schaden (siehe Ronaldo) - ein Elefant im Tor würde den Schwierigkeitsgrad immens erhöhen. Daran misst sich, wer ein Superstar ist: die winzigsten Lücken neben einem üppigen Dickhäuter zu finden. Und um ehrlich zu sein, so ganz überzeugend war Maskottchen Fuleco bisher noch nicht, da darf ruhig noch eine Portion Niedlichkeit nach Brasilien. Törööö!

(ska)

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Elf Spieler zum Nachnominieren:Zlatan Ibrahimovic

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Quelle: AP

Zlatan Ibrahimovic: Eines stellte Zlatan Ibrahimovic gleich klar: "Eine WM ohne mich, die ist es nicht wert, dass man sie sich anguckt", wurde der schwedische Nationalspieler zitiert, nachdem er mit seiner Mannschaft in der Qualifikation gescheitert war. Ach, Zlatan. Wobei das interkontinentale Turnier in Brasilien schon um eine Attraktion ärmer ist ohne die Späße des Torjägers von Paris St. Germain, auf wie neben dem Platz. Französische Fans würdigten ihn jüngst mit einem großen Plakat beim Gruppenspiel gegen Honduras. Längst verbrieft sind seine Ladendieb-Touren bei Ikea. Wilde Dribblings. Lustloses Herumgeschlurfe, wenn ihm seine Mitspieler nicht sofort den Ball überlassen. Schimpftiraden gegen Trainer und Mitspieler, die ihn für sein Herumgeschlurfe kritisieren. Fallrückzieher-Tore aus 40 Metern. Seitfallzieher-Tore aus 15 Metern, wenn er mal keinen guten Tag hat. Hoffentlich gibt sich Schweden in der nächsten Quali-Runde etwas mehr Mühe.

(jkn)

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Elf Spieler zum Nachnominieren:Irische Fans

EURO 2012 - Spanien - Irland

Quelle: dpa

Irische Fans: Sie waren der Hingucker und Hinhörer der EM 2012 in Polen und der Ukraine. Tausende irische Fans sangen und tanzten auf den Straßen und den Tribünen, ihre Selbstironie brachte ihnen viele Sympathien ein. Denn sportlich hatten die reisefreudigen Iren wenig zu lachen. Alle drei Vorrundenspiele gingen verloren (Torverhältnis 1:9), was die Zuschauer nicht davon abhielt, sich und ihre Mannschaft zu feiern. Im Gedächtnis geblieben ist vor allem das irische Volkslied "The Fields of Athenry", das sie minutenlang in ohrenbetäubender Lautstärke intonierten. Sicher auch für südamerikanische Ohren ein beeindruckendes Erlebnis. Bisher schaffte es das irische Team zu keinem der fünf WM-Turniere in Südamerika. Dafür wäre es schon wegen der Fans höchste Zeit.

(mane)

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Elf Spieler zum Nachnominieren:Gareth Bale

Real Madrid v Atletico de Madrid - UEFA Champions League Final

Quelle: Shaun Botterill/Getty Images

Gareth Bale: Gareth Bale ist ein imposanter Stürmer. Im Finale der spanischen Copa del Rey lief er kurz vor Schluss von der Mittellinie aus der gesamten Barça-Mannschaft weg, einen beträchtlichen Teil davon außerhalb der Seitenlinie, und verwandelte dann noch souverän zum 2:1-Sieg. In seiner ersten Saison bei Real Madrid gewann er gleich auch die Champions League, ein nationaler Meistertitel wird wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen. Doch aus fußballerischer Sicht betrachtet hat Bale ein kleines Problem. Wie Ryan Giggs - der gewann mit Manchester United alles, was es zu gewinnen gibt - ist Gareth Bale Waliser. Das kleine Land westlich von England hat zuletzt 1958 an einer WM und 1976 an einer EM teilgenommen. Es ist also fraglich, ob sich Bale bei solch einem großen Turnier jemals präsentieren kann. In Brasilien wäre er schon deswegen eine Bereicherung, weil er sich als einziger aussichtsreicher Kandidat mit dem Holländer Arjen Robben messen könnte. Disziplin: Sprint mit Ball.

(mane)

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Elf Spieler zum Nachnominieren:Isco

Real Madrid v Borussia Dortmund - UEFA Champions League Quarter Final

Quelle: Getty Images

Isco: Francisco Román Alarcón Suárez, kurz Isco, ist erst 22 Jahre alt - verkörpert aber das Spanien, das man vor dieser WM im Kopf hatte. Doch Nationaltrainer Vicente del Bosque setzte nicht auf den jungen Mittelfeldspieler, sondern auf alte Helden wie Andres Iniesta, Xavi, Iker Casillas, alles Männer über 30. Was er nun davon hat? Spanien hat nach der Vorrunde das Flugzeug in Richtung Heimat bestiegen. Ob La Roja mit Isco erneut um den Titel hätte mitspielen können, darüber ist es natürlich müßig zu spekulieren. Doch fest steht: Der quirlige Isco, der einst auf dem Weg zur Schule im andalusischen Benalmadena jede Obstkiste umdribbelte, wäre sicherlich auf den Außenbahnen umhergeflitzt wie zuletzt bei Real Madrid. Er hätte die Gegner schwindelig gespielt und entscheidende Tore hätte er vielleicht auch erzielt. Mit Sicherheit fände sich eine Nation, die den Jüngling unter falschem Namen liebend gern einschleusen würde - der doppelte Zorn der Spanier wäre garantiert.

(sonn)

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Elf Spieler zum Nachnominieren:Michael Ballack

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Quelle: imago sportfotodienst

Michael Ballack: Seien wir mal ehrlich: Die Harmonie im deutschen Lager bei dieser WM ist zum Reihern. Alle finden gut, dass der Bundestrainer zwar seine erste Elf auf eine erste Vierzehn erweitert hat, alle anderen Spieler eher unerwähnt mittrainieren lässt. "Teamgeischt", heißt das Zauberwort und überhaupt: Die sind ja alle so gut erzogen, die Götzes, Draxlers und Ginters dieser Welt. Wir hätten da eine Lösung parat - einfach Michael Ballack nachnominieren. Der Ex-Capitano ist bei den leitenden Angestellten dieses Teams eher semi-gut gelitten. Im Dreibettzimmer mit Lahm und Schweinsteiger dürfte es alsbald ordentlich Bambule geben.

(ebc)

© SZ.de/ska
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