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Bayern-Profi Arturo Vidal:Rätsel um den schrägen Mohikaner

FC Bayern Muenchen v Bayer Leverkusen - Bundesliga

Ist vorzeitig nach München zurückgekehrt: Arturo Vidal

(Foto: Boris Streubel/getty)
  • Hat Arturo Vidal wieder ein Casino aufgesucht?
  • Der Bayern-Spieler reist vorzeitig von der chilenischen Nationalmannschaft ab.
  • Vidal wehrt sich gegen die Gerüchte.

Der Weg von Chile nach München ist lang und voller Hindernisse; und manchmal führt er auch über Brasil. Also, über das "Brasil" genannte Viertel der chilenischen Hauptstadt Santiago, das einige der angesagteren Restaurants beherbergt. Dort jedenfalls machte FC-Bayern-Profi Arturo Vidal am Dienstagabend Station, nachdem er das Quartier der chilenischen Nationalelf verlassen hatte bzw., wie es in chilenischen Medien heißt, auf Betreiben von Nationalcoach Jorge Sampaoli wohl verlassen musste.

Vidal müsse "dringende persönliche Angelegenheiten" erledigen und habe daher um Befreiung vom Freundschaftsspiel gegen Paraguay (Samstag in Santiago) gebeten, lautete die offizielle Begründung. Doch wie die Zeitung El Mercurio von drei Nationalspielern erfahren haben will, lag die Mohikaner-Frisur Vidals etwas schräg, als er am Dienstagvormittag - immerhin pünktlich - zum Treffpunkt der Nationalelf erschienen war. Der Rat, der an Vidal ergangen sei, soll gelautet haben: "Schlaf dich mal aus."

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Handfeste Belege fehlen, aber in chilenischen Medien heißt es unter Berufung auf anonyme Informanten, dass Vidal in der Nacht zum Dienstag ein Casino aufgesucht und dort bis zum Morgengrauen ausgeharrt habe: Angeblich war er im Monticello, dem Laden, in dem er während der Copa América im Juni ergiebig am Black-Jack-Tisch gezockt hatte. "Was sollte der Junge auch machen? Er hatte halt eine Glückssträhne", sagte eine Augenzeugin, die damals am Tisch saß. Das Problem war, dass sich Vidal nicht nur Karten, sondern auch spirituelle Getränke geben ließ und später seinen Ferrari zu Schrott fuhr. Der Alkoholtest ergab einen Wert von 1,31 Promille. Nun also wieder ein Zwischenfall?

Vidal dementierte. "Erfindet keine Geschichten", wetterte er, als er am Mittwoch am Flughafen von Santiago angekommen war, um nach Deutschland zu fliegen: "Klar ärgert mich das. Ich spiele bei einem der besten Klubs der Welt, und dies beschädigt mein Image." In München hat er sich seit seiner Verpflichtung durch den FC Bayern im Sommer nichts zuschulden kommen lassen. Im Gegenteil: Aus dem Kollegenkreis und Trainerstab hat man bislang nur Gutes gehört.

Ob zutrifft, dass ihm Sampaoli eine letzte Chance gebe ("Ultimatum!", titelte El Mercurio), war nicht zu eruieren; Vidal selbst sagte, er wolle im Oktober zum ersten WM-Qualifikationsspiel erscheinen, dann geht es wieder in Santiago gegen Brasilien. Im Viertel Brasil war Vidal übrigens nur Sushi essen. Für Furore sorgte das Dinner dennoch: Ein Begleiter Vidals griff ein TV-Team an. "Ein Missverständnis", sagte der Spieler.

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