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Frankfurt-Zugang Dost:Der AC/DC-Stürmer

Künftig wieder in der Bundesliga: Angreifer Bas Dost.

(Foto: AFP)
  • Für sieben Millionen Euro Ablöse holt Eintracht Frankfurt Angreifer Bas Dost von Sporting Lissabon. Weitere 500 000 Euro könnten noch hinzukommen.
  • Dos kam bei Sporting Lissabon auf 76 Tore in 84 Ligaspielen.
  • Zuletzt hatte es einen Hickhack um den Transfer gegeben.

Zu den Vorzügen von Bas Dost, 30, gehört, dass er ein sehr entspanntes Verhältnis zur Wahrheit hat. Entspannt in dem Sinne, dass der niederländische Stürmer einige Wahrheiten ausspricht, ohne sie unnötig auszuschmücken. Im Dezember beispielsweise, Dost war noch Stürmer bei Sporting Lissabon, da sagte er in einem Interview: "Ich habe in meiner Karriere viele Kacktore geschossen." Was ja nicht weiter schlimm sei, sein Job sei es nun einmal Tore zu erzielen, und Treffer ohne ästhetischen Mehrwert zählen auch.

An diesem Montag wurde Dost als Zugang des Bundesligisten Eintracht Frankfurt vorgestellt, und es wäre den Hessen wahrscheinlich egal, wenn Dost, mit 1,96 Meter Körpergröße alles andere als eine grazile Gestalt, nur unansehnliche Tore erzielen würde. Hauptsache, es werden viele, damit er, vielleicht schon am Sonntag gegen Düsseldorf, die Abgänge von Sébastien Haller (West Ham United) und Luka Jovic (Real Madrid) vergessen macht.

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Wie der börsennotierte Verein Sporting der Börse in Lissabon mitteilte, sind sieben Millionen Euro geflossen, die sich um 500 000 Euro erhöhen, wenn Dost bei der Eintracht nicht näher definierte Erfolge feiert. Das wäre in der heutigen Zeit immer noch ein Schnäppchen. Zumal dann, wenn man den Arbeitsnachweis von Bas Dost liest: Für Sporting traf er in 84 Spielen gleich 76 Mal; wenn er spielte, kam Sporting im Schnitt auf 2,1 Tore pro Partie. Ohne Dost sank die Quote auf 1,6. "Er hinterlässt ein Erbe, das schwer auszugleichen sein wird", schrieb die portugiesische Sportzeitung Record am Dienstag.

Vor seiner Zeit bei Sporting hatte Dost schon einmal in der Bundesliga gespielt, beim VfL Wolfsburg; in 85 Partien zwischen 2012 und 2016 traf er 36 Mal. Dass er das Stadion am Mittellandkanal 2016 gen Lissabon verließ, geschah unter kuriosen Vorzeichen. Wolfsburg hatte darauf vertraut, Simone Zaza zu verpflichten - jenen italienischen Nationalstürmer, der sich bei der EM 2016 im Elfmeterschießen gegen Deutschland einen legendären Fehlschuss geleistet hatte. In Wolfsburg unterschrieb Zaza letztlich nicht, Bas Dost aber wurde trotzdem an Sporting verkauft (und schließlich vom heutigen Stuttgarter Mario Gomez ersetzt). In Lissabon kam Dost bestens an, wurde mit 34 Toren auf Anhieb Torschützenkönig. Die Fans von Sporting dichteten ihm zu Ehren den AC/DC-Song "Thunderstruck" um: Nanana naaaa nana naaaa na: Bas Dost!" Doch im vergangenen Jahr kam es zu einem Eklat, der weltweit Schlagzeilen machte.

"Ich wollte unbedingt zu Eintracht Frankfurt", sagte Bas Dost bei seiner Vorstellung

Sporting hatte erneut die Qualifikation für die Champions League verpasst, da wurde die Mannschaft auf dem Trainingsgelände Alcochete von den eigenen Hooligans attackiert. Dost trug eine Platzwunde am Kopf davon, die Folge eines Hiebs mit einer Gürtelschnalle.

"Wir haben wundervolle Augenblicke erlebt", schrieb Dost am Montag in seiner Abschiedsbotschaft an die Sporting-Fans, "aber es gab auch schlimme Momente, vor allem den Angriff von Alcochete. Aber ich habe immer die Unterstützung der Mitglieder und Fans gespürt, im Stadion und auf der Straße. Das war auch der Grund dafür, dass ich im letzten Jahr meinen Vertrag (bis 2021) verlängert habe."

Zuvor hatte er zusammen mit Trainer Jorge Jesus und weiteren Spielern die Kündigung eingereicht. Nicht nur die Kollegen verabschiedeten Dost nun mit rührenden Worten ("Danke dafür, dass Du mich als Mensch hast wachsen lassen", schrieb Sporting-Kapitän Bruno Fernandes); auch der Klub fand noch Zeit für Anerkennung - und für eine Spitze gegen dessen Berateragentur. Sporting könne gut zwischen dem Spieler und seinem Umfeld trennen, hieß es in einer Mitteilung des Klubs; zuvor hatte Sporting dem Management des Spielers öffentlich vorgeworfen, "überraschende und kurzfristige Forderungen" gestellt zu haben, die den Transfer fast verhindert hätten. Dosts Management dementierte vehement. Am Ende verschleppte das Hickhack den Transfer nur, verhindern konnte es ihn nicht. Weil Dost schon im Mai erklärt hatte, dass er weg wollte - und weil Sporting offenbar dringend Geld benötigte. Es kursierten vorübergehend sogar Gerüchte, wonach der Klub den Stürmer gegen seinen Willen auf den Markt geworfen habe. "Ich wollte unbedingt zu Eintracht Frankfurt", sagte Dost bei seiner Vorstellung.

Dass in der Nachfolge der treffsicheren Haller und Jovic nun Erwartungshaltungen geweckt werden, stört ihn nicht: "Ich brauche das. Ich will mit Toren zeigen, dass Frankfurt mit meiner Verpflichtung die richtige Lösung gefunden hat." In Portugal sei er im Vergleich zur Wolfsburger Zeit besser geworden. Vor allem habe er dort kontinuierlicher gespielt als in Wolfsburg. Es sei ihm wichtig, derart viel Vertrauen zu spüren, "auch mal ein Scheißspiel" machen zu können und dennoch das nächste Mal wieder dabei zu sein. Und im Zweifel zu treffen, auf welche Weise auch immer.

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