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Ausschreitungen in Italien:Anhänger von AS Rom randalieren nach Pokalfinale

Gewalttätige Fans von AS Rom werfen mit Steinen und Flaschen um sich, Miroslav Klose gewinnt mit Lazio den Pokal. Die Fia denkt über Sanktionen gegen Mercedes nach, Sami Khedira trifft für Real Madrid. Leverkusen leiht einen Spieler an Dynamo Zagreb aus.

Fußball in Italien, Pokalfinale: Nach dem verlorenen Pokalfinale gegen Lazio haben gewalttätige Fans des AS Rom am späten Sonntagabend in der italienischen Hauptstadt randaliert. Rund 200 Männer bewarfen den Mannschaftsbus des AS Rom vor dem Trainingszentrum des Clubs in Trigoria mit Steinen, Flaschen und Eiern. Dabei ging eine Scheibe des Busses zu Bruch. Spieler wurden nicht verletzt. Unmittelbar nach dem Pokalderby griffen Roma-Fans vor dem Olympiastadion zudem ein Fernsehteam an. In der Nähe des Kolosseums verhaftete die Polizei zwei randalierende Fans, die rund zehn geparkte Autos beschädigt hatten. An mehreren Plätzen in der Innenstadt musste die Polizei frustrierte Roma-Fans von den feiernden Lazio-Anhängern fernhalten. Während des Spiels war es im und rund um das Stadion relativ ruhig geblieben. Die römische Polizei hatte 2000 Sicherheitskräfte aufgeboten. Lazio gewann das Cup-Finale dank eines Tores von Senad Lulic in der 77. Minute mit 1:0. Das Team von Miroslav Klose qualifizierte sich mit dem sechsten Pokalsieg für die Teilnahme an der Europa League. Der AS Rom, der in der Serie A nur Sechster wurde, wird in der nächsten Saison nicht im internationalen Fußball dabei sein.

DFB, Amt des Sportdirektors: Nach DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat sich auch Ligapräsident Reinhard Rauball kritisch über den bevorstehenden Wechsel von DFB-Sportdirektor Robin Dutt zu Werder Bremen geäußert. "Der Fortgang von zwei Sportdirektoren in kurzer Zeit ist eine höchst kritische Entwicklung. Diese Position wurde geschaffen, um Kontinuität zu gewährleisten", sagte der Vorsitzende der Deutschen Fußball Liga (DFL) dem Fachmagazin "Kicker" (Montag). Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes will an diesem Montag in einer Telefonkonferenz darüber entscheiden, ob man Dutt nach Bremen ziehen lässt. Sowohl der Fußball-Bundesligist als auch der 48-Jährige selbst hatten den DFB am vergangenen Donnerstag um die Freigabe aus seinem noch bis 2016 laufenden Vertrag gebeten. Alle Beobachter rechnen damit, dass der Verband dieser Bitte entspricht. Dutt soll bei Werder neuer Trainer werden. Er wäre damit nach Matthias Sammer bereits der zweite Sportdirektor binnen zehn Monaten, der den DFB verlässt. Rauball forderte deshalb: "Für diese Position muss ein neues Anforderungsprofil geschaffen werden." Nach "Kicker"- Informationen soll der Nachfolger von Dutt nicht mehr aus dem Trainerbereich kommen. Auch Niersbach hatte dessen bevorstehenden Weggang zuletzt als "keinen schönen Vorgang" kritisiert.

Formel 1, Fia: Der deutsche Autobauer Mercedes muss nach seinem Formel-1-Reifentest weiterhin Sanktionen fürchten. "Das internationale Sportgesetz gibt uns die Möglichkeit, dass wir den Fall entweder aus eigenem Antrieb oder anhand der Sportkommissare des Großen Preises von Monaco vor das Internationale Sportgericht bringen", teilte die Regelbehörde der Formel 1 (FIA) am späten Sonntagabend mit. Reifenlieferant Pirelli hatte es offensichtlich versäumt, alle Teams zu dem Test nach dem Spanien-Rennen auf dem Grand-Prix-Kurs bei Barcelona einzuladen und damit womöglich gegen eine Vereinbarung mit der FIA verstoßen. Nachdem der Protest von Red Bull und Ferrari keine Auswirkungen auf den Monaco-Sieg von Silberpfeil-Pilot Nico Rosberg gehabt hatte, kann der Verband Strafen aussprechen, die über die Entscheidung der Rennkommissare von Monte Carlo hinausgehen. Wie diese ausfallen könnten, erklärte die FIA in ihrem Statement nicht. Mercedes bekräftigte mehrfach, nichts Unrechtes getan zu haben. Das Team hatte drei Tage getestet - auf Bitte von Hersteller Pirelli.

Fußball in Spanien, Barcelona und Real Madrid: Der spanische Fußball-Meister FC Barcelona steht in der Primera Division kurz vor der Einstellung des 100-Punkte-Rekords von Real Madrid aus der Vorsaison. Am vorletzten Spieltag setzten sich die Katalanen im Stadtduell bei Espanyol 2:0 (1:0) durch und haben nun 97 Punkte auf dem Konto. Alexis Sanchez (14.) und Pedro (86.) trafen für Barca, das am kommenden Wochenende den FC Malage empfängt. Vize-Meister Real Madrid kam unterdessen bei Real Sociedad San Sebastian nicht über ein 3:3 (1:0) hinaus. Nationalspieler Sami Khedira, der bereits im Hinspiel ein Tor erzielt hatte, traf mit seinem dritten Saisontreffer zur zwischenzeitlichen 3:2-Führung, doch Xabi Prieto erzielte in der Nachspielzeit den Ausgleich. Mesut Özil wurde bei Real in der 70. Minute eingewechselt. San Sebastian muss dennoch am letzten Spieltag wegen des 1:0 (0:0)-Erfolgs vom FC Valencia gegen den FC Sevilla auf einen Ausrutscher des UEFA-Pokalsiegers von 2004 hoffen, um sich noch auf den Qualifikationsplatz für die Champions League zu verbessern. Spannend bleibt es derweil im Abstiegskampf, in dem vier Mannschaften am letzten Spieltag noch den Klassenerhalt anstreben. Deportivo La Coruna, Celta Vigo, Real Saragossa und Real Mallorca können in der kommenden Woche ihre letzte Chance nutzen. Vor dem Abstieg gerettet hat sich CA Osasuna mit einem 2:1 (0:0) gegen den FC Sevilla.

Bayer Leverkusen, Transfer: Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen verleiht seinen chilenischen Nationalspieler Junior Fernandes für ein Jahr zu Dinamo Zagreb. Fernandes, der bei Bayer einen Kontrakt bis zum 30. Juni 2017 hat, soll bei dem kroatischen Spitzenclub Spielpraxis sammeln, um sich auf lange Sicht für höhere Aufgaben in Leverkusen zu empfehlen. Für den Champions-League-Starter bestritt der Chilene in der vergangenen Saison sechs Erstligaeinsätze. "Junior konnte sich bisher aufgrund der Konkurrenzsituation bei uns noch nicht durchsetzen. Wir sehen allerdings sein Potenzial und wollen ihm mit der Ausleihe ermöglichen, sich fußballerisch weiterzuentwickeln. Wir betrachten dies als gute Möglichkeit, ihn für die Zukunft bei uns besser aufzustellen", sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler am Montag. Zu den Transfermodalitäten nannten die Vereine keine Details.

NHL, Playoffs: Die San Jose Sharks mit Reservetorwart Thomas Greiss haben in den Playoffs der nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL das Aus gegen Meister Los Angeles Kings vermieden. Dank eines 2:1-Erfolgs am Sonntag (Ortszeit) erzwangen die Sharks ein alles entscheidenden siebtes Spiel in der Viertelfinal-Serie. Joe Thornton und TJ Galiardi trafen für die Sharks, bei denen Greiss nicht zum Einsatz kam. Am Dienstag kommt es in Los Angeles zum siebten Spiel. Der Gewinner trifft auf die Chicago Blackhawks oder die Detroit Red Wings. Im Duell zwischen den beiden Traditionsteams steht es vor dem sechsten Spiel am Montagabend (Ortszeit) 3:2 für Detroit.

NBA, Playoffs: Titelverteidiger Miami Heat hat sich in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA für die Heimniederlage gegen die Indiana Pacers revanchiert und liegt im Finale der Eastern Conference wieder vorn. Der Meister gewann das erste Auswärtsspiel in Indianapolis nach einer starken Vorstellung mit 114:96. Damit hat Miami, das am Freitag zu Hause überraschend ein 93:97 kassiert hatte, den Heimvorteil zurückerobert und führt in der best-of-Seven-Serie der Play-offs mit 2:1. Superstar LeBron James war bester Werfer der Heat. 18 seiner insgesamt 22 Punkte erzielte der wertvollste Spieler (MVP) der Saison in der ersten Hälfte. Miami traf bis zum Seitenwechsel 63 Prozent seiner Würfe aus dem Feld und führte mit 70:56. Die komplette Startaufstellung der Gäste traf zweistellig. Dwyane Wade (18), Udonis Haslem (17), Chris Bosh (15) und Mario Chalmers (14) hatten wie James großen Anteil am wichtigen Erfolg. Die Topscorer der Pacers waren David West (21) und Roy Hibbert (20). Am Dienstag geht es mit Spiel vier in Indianapolis weiter. Der Sieger der Serie spielt gegen die San Antonio Spurs oder die Memphis Grizzlies um den Titel. Die Spurs hatten am Montag beim Stand von 3:0 ihren ersten von vier Matchbällen.

HSV, sportliche Führung: Der Hamburger SV scheint sich auf der Suche nach einem neuen Sportdirektor auf Oliver Kreuzer (47) festgelegt zu haben. Dies berichten der kicker und die Hamburger Morgenpost. Eigentlich galt Jörg Schmadtke (49), zuletzt Manager beim Ligakonkurrenten Hannover 96, als Favorit auf den Posten. Allerdings steht Ex-Profi Kreuzer noch beim Zweitliga-Aufsteiger Karlsruher SC bis 2014 unter Vertrag. Eine Freigabe des KSC steht noch aus, möglicherweise muss eine Ablösesumme für ihn gezahlt werden. Am vergangenen Dienstag hatte sich die Hamburger vom Dänen Frank Arnesen getrennt. Kreuzer und Schmadtke hatten sich am Donnerstag dem HSV-Aufsichtsrat präsentiert.

Offenbar tendiert eine Mehrheit nun zu Ex-Bayern-München-Profi Kreuzer, der schon bei Red Bull Salzburg mit Thorsten Fink (damals Junioren und Co-Trainer) zusammengearbeitet hatte. Noch hat allerdings Kreuzer keine Freigabe der Badener, sodass der Deal noch nicht über die Bühne ist. Am vergangenen Donnerstag hatte Schmadtke die Aufgabe beim HSV als "eine tolle Herausforderung" bezeichnet. "Ich bin frisch und voller Tatendrang", sagte Schmadtke dem SID. Fink hatte nach der Entlassung von Arnesen eine schnelle Lösung gefordert. Der elfköpfige Aufsichtsrat muss sich mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit auf den neuen starken Mann einigen.

Tennis, Deutsche in Paris: Die deutschen Tennisprofis Sabine Lisicki und Qualifikantin Dinah Pfizenmaier stehen bei den French Open in Paris in der zweiten Runde. Lisicki setzte sich zum Auftakt gegen Sofia Arvidsson (Schweden) 6:3, 6:4 durch, Qualifikantin Pfizenmaier gewann gegen Mandy Minella (Luxemburg) 7:5, 6:1. Die an Position 32 gesetzte Lisicki feierte ihren vierten Sieg im vierten Duell mit Arvidsson. In Runde zwei trifft die 23-jährige Berlinerin nun entweder auf Maria-Teresa Torro-Flor (Spanien) oder Julia Glushko (Israel). Bislang hat Lisicki noch nie die zweite Runde in Roland Garros überstanden. Pfizenmaier, die im Nachwuchs-Team von Bundestrainerin Barbara Rittner trainiert, schaffte wie im Vorjahr den Sprung in Runde zwei. Die 21-Jährige aus Bochum steht überhaupt erst zum zweiten Mal im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers. Nun wartet entweder Venus Williams (USA/Nr. 30) oder Urszula Radwanska (Polen) auf die Nummer 127 der Weltrangliste. Insgesamt sind sieben deutsche Damen im Hauptfeld der French Open vertreten. Am Montag treffen die Fed-Cup-Kolleginnen Angelique Kerber (Kiel/Nr. 8) und Mona Barthel (Neumünster) aufeinander. Auch Julia Görges (Bad Oldesloe/Nr. 24) und Tatjana Maria (Bad Saulgau) spielen am zweiten Turniertag. Annika Beck (Bonn), Junioren-Siegerin des vergangenen Jahres, greift erst am Dienstag ins Geschehen ein.

Borussia Dortmund, Verletzung: Mittelfeldspieler Kevin Großkreutz vom Champions-League-Finalisten Borussia Dortmund muss auf das Länderspiel am 2. Juni in Washington gegen die USA verzichten. Der 24-Jährige erlitt beim Spiel gegen Bayern München (1:2) eine schwere Mittelfußprellung und eine Nagelbettentzündung. Das teilte der BVB am Sonntagabend mit. Aufgrund des geschwollenen Fußes konnte der Borussia-Profi nur einen Schuh tragen, den lädierten Fuß hatte er in Badelatschen gezwängt. "Ich weiß nicht genau, wann es passiert ist, wohl zwischen der 70. und 80. Minute", berichtete Großkreutz. Ursprünglich sollte der Ur-Dortmunder zusammen mit seinem Teamkollegen Sven Bender und Miroslav Klose (Lazio Rom) mit Verspätung zur Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bei ihrem US-Trip stoßen und erst zum zweiten Länderspiel gegen die US-Mannschaft von Coach Jürgen Klinsmann zur Verfügung stehen. Am 29. Mai trifft Deutschland zunächst in Miami auf Ecuador. Klose bestritt am Sonntag mit Lazio das italienische Pokalfinale gegen den Lokalrivalen AS.

Radsport, Belgien: Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin (Cottbus) hat wie im Vorjahr die Belgien-Rundfahrt gewonnen. Der 28 Jahre alte Radprofi vom Team Omega Pharma-Quickstep lag nach fünf Etappen und 721,3 km 36 Sekunden vor dem Spanier Luis Leon Sanchez (Blanco), der das letzte Teilstück über 177 km mit Start und Ziel in Banneux gewann. Straßen-Weltmeister Philippe Gilbert (Belgien/BMC) belegte mit einem Rückstand von 51 Sekunden auf Martin den dritten Rang. Martin, der sich am Freitag durch den Sieg im Zeitfahren an die Spitze des Klassements gesetzt hatte, fuhr zum Abschluss der Rundfahrt direkt hinter Andreas Klöden (Mittweida/Radio Shack) auf den vierten Platz. Dank Martin und Topsprinter André Greipel (Rostock/Lotto), der die ersten beiden Etappen gewann, lag an drei von fünf Tagen ein deutscher Fahrer ganz vorne.

Radsport, Italien: Der italienische Radprofi Vincenzo Nibali hat sich zum ersten Mal den Gesamtsieg beim Giro d'Italia gesichert. Der 28-jährige Sizilianer gewann in der Endabrechnung mit 4:43 Minuten Vorsprung vor dem Kolumbianer Rigoberto Uran. Als fünffacher Etappensieger ließ sich Mark Cavendish feiern. Der Brite sicherte sich am Sonntag auch die letzte Etappe in Brescia nach 197 Kilometern. Er holte damit zum ersten Mal das Rote Trikot des Punktbesten. Die 96. Auflage des Giro litt unter dem schlechten Wetter. Drei Alpenetappen mussten verkürzt werden, der 19. Tagesabschnitt fiel wegen Eis und Schnee komplett aus.

Radsport, Belgien-Rundfahrt: Der zweifache Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin hat die Belgien-Rundfahrt gewonnen. Der 28-jährige Wahlschweizer wiederholte damit seinen Vorjahreserfolg. Die fünfte und letzte Etappe am Sonntag rund um Banneaux gewann der Spanier Luis Leon Sanchez nach 175,6 Kilometern im Alleingang. Die ersten beiden Etappen hatte André Greipel gewonnen.

Tennis, French Open: Der langjährige Weltranglisten-Erste Roger Federer hat die erste Runde bei den French Open der Tennisprofis ohne Schwierigkeiten überstanden. Der Schweizer gewann am Sonntag in Paris 6:2, 6:2, 6:3 gegen den spanischen Qualifikanten Pablo Carreño-Busta. Federer hatte das Turnier 2009 für sich entschieden und ist nach der Absage des britischen Olympiasiegers Andy Murray an Nummer zwei hinter dem Serben Novak Djokovic gesetzt.

Bei den Frauen steht Top-Favoritin Serena Williams in der zweiten Runde. Die Weltranglistenerste aus den USA deklassierte Anna Tatischwili (Georgien) in 51 Minuten 6:0, 6:1 und baute ihre Siegesserie auf Sand aus. Zuletzt hatte die 31-Jährige die Turniere in Charleston, Madrid und Rom gewonnen und in den vergangenen 17 Matches nur zwei Sätze abgegeben. Williams trifft nun auf die Französin Caroline Garcia. Die letzte Niederlage auf Sand hatte Williams im vergangenen Jahr in Paris kassiert. Damals unterlag die 15-malige Grand-Slam-Siegerin in Runde eins überraschend der Französin Virginie Razzano.

© Süddeutsche.de/dpa/sid/ebc/ska
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