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Angelique Kerber:Boris Becker mach sich Sorgen um Kerber

Die Prognose des sechsmaligen Grand-Slam-Siegers Boris Becker klang deshalb schon vor Turnierstart recht fatalistisch. "Ich mache mir gerade Sorgen um Angie Kerber. Wie lange will sie noch Tennis spielen? So macht es keinen Spaß und keinen Sinn", sagte er dem TV-Sender Eurosport, und Bundestrainerin Barbara Rittner wurde gar noch deutlicher: "Sie ist ein Mensch, der trotz der Erfolge immer wieder zweifelt, sich hinterfragt, sich unwohl fühlt und alleine fast ein bisschen depressiv oder traurig wird."

Das Ergebnis erzählt nur einen kleinen Teil der Geschichte, in diesem Fall sendet die Art, wie es zustande gekommen ist, die deutlichere Botschaft. Die Gegnerinnen wissen nun, wie sie gegen Kerber agieren müssen, so sie spielerisch dazu in der Lage sind. "Ich hatte klare taktische Vorgaben", sagte Mladenovic, die nicht nur den Ball übers Netz prügeln kann wie so viele andere Spielerinnen, sondern auf einen Topspin-Mondball eine wuchtige Vorhand folgen lässt und gleich danach den Ball kurz übers Netz lupft: "Es war nicht einfach, das so zu spielen, aber es hat funktioniert."

Kerber ist derzeit nicht in der Lage, Lösungen für taktische Problemstellungen zu finden, während einer Partie Änderungen vorzunehmen - oder sich einfach mal einzureden, dass sie selbst stark genug ist, diese kniffligen Spiele in den frühen Runden trotz aller Probleme am Ende doch für sich zu entscheiden.

"Ich habe noch immer Spaß am Tennis, deshalb will ich nicht darüber nachdenken, in welcher Phase meiner Karriere ich mich befinde", hatte Kerber schon vor dem Turnierstart gesagt. Nach der Partie ergänzte sie: "Ich habe mich bewusst entschieden, diese Reise nun alleine zu machen. Ich werde mir Zeit lassen und keine emotionale Entscheidung treffen." Sie will nun erst einmal nach Hause fahren und in aller Ruhe nachdenken. Über dieses Ergebnis und auch über die Geschichte, die es erzählt.

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