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American Football:Es ist perfide, was Washington da veranstaltet

Dwayne Haskins, Week 15

Das Team von Quarterback Dwayne Haskins benennt sich um - aber was bringt das?

(Foto: AP)

Der neue, temporäre Name des Football-Teams bietet eine Steilvorlage für jene, die die rassistisch behaftete Bezeichnung "Redskins" weiter verwenden möchten.

Kommentar von Jürgen Schmieder

Wenn das alles nicht so ernst wäre, dann könnte man vielleicht herzlich darüber lachen, was die Football-Franchise in Washington jetzt verkündet hat. Sie hatte den Teamnamen "Redskins" entfernt, weil dieser nicht mehr die Kriegsbemalung der amerikanischen Ureinwohner beschreibt, sondern verächtlich und damit rassistisch konnotiert ist. Viele Leute hatten den Klub in den vergangenen Jahren aus Protest über die beharrliche Weigerung von Eigentümer Dan Snyder, den Namen zu ändern, bloß "Washington Football Team" genannt - und nun hat die Franchise ihren Namen für die kommende Spielzeit präsentiert: "Washington Football Team".

Man könnte nun freilich sagen: So einfach ist das nicht mit der Namensänderung. Man muss ein Logo und Trikots entwerfen, Schriftzüge am Stadion anpassen. Das dauert nun mal, und bis dieser Klub den neuen Namen präsentiert, spielt er eben erst einmal weiter in burgundrot-goldenen Trikots - Name und Logo (ein Indianer) sind ja entfernt. Die Mannschaft eröffnet die kommende Saison schon am 13. September gegen die Philadelphia Eagles, das Zeitfenster wäre zu kurz gewesen, also sollen die Fans ab sofort halt Memorabilien mit "Washington Football Team" darauf kaufen, die bereits erhältlich sind.

Es ist ein Schildbürgerstreich aus Washington

In Wahrheit ist es jedoch perfide, was die Franchise aus Washington da veranstaltet. Es hätten sich nämlich Namen angeboten, bei denen sie die Klubfarben hätten behalten (was sie wohl sowieso tun) und das Logo anpassen können: "Red Wolves" (Rotwölfe) etwa oder auch "Red Tails" - so hießen die ersten afroamerikanischen Piloten im US-Militär. Auch "Warriors" wäre möglich gewesen - ein Name, der sowohl ein Hinweis auf die amerikanischen Ureinwohner als auch eine Hommage ans Militär gewesen wäre.

Der temporäre Name ist nichts anderes als ein Schlag ins Gesicht all jener, die sich für eine Änderung ausgesprochen haben, weil er jenen eine Steilvorlage bietet, die angekündigt hatten, auch weiterhin den alten Namen zu verwenden. Sportteams sind eng verknüpft mit ihrem Beinamen, er ist Teil der Identität eines Klubs, ob nun in den USA (Bulls, Yankees, Cowboys sind nicht nur Namen, sondern wertvolle Marken), in Deutschland (Bayern, Sechzig, Hertha) oder anderswo (Real, Juventus, Galatasaray). Wer keinen neuen Namen einführt, behält erst einmal automatisch den alten.

Man könnte also lachen über diesen Schildbürgerstreich aus Washington, wenn es nicht so ernst wäre. Viele Leute werden weiter den rassistisch behafteten Namen verwenden, und es ist anzunehmen, dass Snyder das gar nicht so übel findet. Schlimmer noch: Wer am Freitag auf den offiziellen Webseiten aller 13 Gegner der nächsten Saison den Spielplan betrachtete, fand dort nicht: "Washington Football Team". Oder auch nur "Washington", schließlich wurde der alte Name bereits vor zwei Wochen entfernt. Bei allen stand weiterhin: "Redskins".

© SZ.de/ebc

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Von Jürgen Schmieder

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