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Ärger um Vertragsverlängerung von Jan Pommer:Die Rivalen München und Bamberg verbünden sich gegen die BBL

Der Jurist Pommer wiederum sagt, er habe nur seinen Vertrag mit Braumann ausgehandelt und schon unterzeichnet, zu Beschlussvorgängen könne er "nichts Erhellendes" beisteuern, er sei in diesem Fall nur "das Objekt". Er versichert zugleich, dass er "allergrößten Respekt" vor den Klubs habe und versprach bezüglich der Sitzung der BBL-AG nächste Woche in Ulm: "Wir müssen alles intensiv ansprechen."

Wenigstens damit ist der BBL-Geschäftsführer einer Ansicht mit manchem Kritiker. "Einiges muss ernsthaft besprochen werden", betont etwa FCB-Geschäftsführer Marko Pesic, der "sehr überrascht" von Pommers Vertragsverlängerung gewesen war. Für Braumann sowie die Präsidiumsmitglieder Robert Wintermantel (Tübingen), Marco Baldi (Berlin) und Alexander Reil (Ludwigsburg) dürften dann unangenehme Fragen warten.

Dass das undurchsichtige Prozedere um die Personalie Pommer einen solchen Diskurs auslöst, ist in einem größeren Kontext zu sehen. "Es gibt so viel, was auf den Weg gebracht werden muss", sagt Stoll, "dazu gehört zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht die Vertragsverlängerung des Geschäftsführers." In der Tat erscheint das von Pommer genannte Ziel, "2020 die beste nationale Liga in Europa" zu werden, derzeit schwer erreichbar zu sein: Die Liga hat sich entwickelt, die Zuschauerzahlen steigen, das wird anerkannt.

Der neue Fernsehvertrag steht in den Sternen

Doch der neue Fernsehvertrag, der jetzt auszuhandeln ist, steht in den Sternen und ist ein weiteres Reizthema der Klubs; bei diesem Punkt haben sich intern sogar die sportlichen Rivalen Bamberg und Bayern gegen die ihrer Meinung nach unprofessionell agierende BBL-Spitze Braumann/Pommer verbündet. Sie fordern eine inhaltliche Einbindung der Klubs. Der nun endende Vertrag mit Sport1, dessen Präsentation des Produkts kritisiert wird, wurde fast zum Nulltarif abgeschlossen. Ein Desaster, sagt ein Klub-Manager zu Zahlen und Modalitäten.

Die Gemengelage an Problemen führt soweit, dass Macher wie Stoll anregen, die Struktur der BBL zu hinterfragen. "Herr Braumann macht das ehrenamtlich, es fragt sich, ob diese Position nicht hauptberuflich sein sollte", sagt er. Zudem sei Braumann im Lizenz-Ligaausschuss, was Stoll Magenschmerzen bereitet, Stichwort Gewaltenteilung. Ein Einsichtsrecht in Unterlagen gebe es für die Klubs zudem nicht. "Es geht nicht um die Personalie Pommer" sagt Heyder, "aber ich erwarte, dass Vereine endlich mitgenommen werden. Es passiert zu viel im stillen Kämmerlein."

Auch Pommer wird in Ulm sein, für den Freitag sind vier Stunden Sitzung angesetzt, für Samstag acht. Fraglich nur, dass er sein Statement vom 10. März dann wiederholt: "Ich betrachte diesen Vertrauensbeweis als Ansporn und Verpflichtung zugleich."