Ehemaliger 1860-Stürmer Mit dem Abstieg der Sechziger geht es bergab

Denn nachdem der TSV 1860 München, für den Lauth seit der D-Jugend spielte, 2004 abstieg, musste er weiterziehen. Es war wie es halt immer so ist: Die Sechziger brauchten dringend Geld, es ging mal wieder um die Existenz des Klubs. Lauth wechselte nach Hamburg. Der Lokalrivale FC Bayern hatte nach längeren Überlegungen Abstand von einer Verpflichtung genommen, und für Lauth ging es fernab der Heimat bergab. Richtig durchsetzen konnte er sich nirgends: nicht beim HSV, nicht in Stuttgart, wo er unter Armin Veh deutscher Meister 2007 wurde, und nicht in Hannover. Also kehrte Lauth zurück zu Sechzig, wo er vor der Ungarn-Saison noch einmal sechs Jahre spielte. Seine Länderspielkarriere war schnell wieder vorbei, zu mehr als fünf Testspielen reichte es nicht.

In München haben sie den gebürtigen Fischbachauer, der die ganze Karriere lang immer nur der "Benny" blieb, natürlich trotzdem längst eingemeindet, er ist ein Münchner Kindl geworden. Viele Sechzig-Fans wünschen sich die Löwen-Legende gar zurück ins Team. Anfang der Woche befeuerte Sechzigs Sportchef Necat Aygün ("Ich kenne den Benny gut") aufgrund der Verletzungen der Sechzig-Stürmer Rubin Okotie, Stephan Hain und Valdet Rama die Diskussionen um eine Rückkehr. Lauth selbst sagt jedoch: "Es gab von beiden Seiten nicht wirklich Gespräche im Sommer. Ich weiß eh nicht, ob es gut gewesen wäre, zurückzukommen. Da kann man sich einiges kaputt machen."

Lauth hat viele Optionen für seine Karriere

Besonders mit seinem Berater Robert Schneider hat Lauth in jüngerer Zeit oft gesprochen - erst natürlich über die Angebote als Spieler, die dann doch nicht passten, dann über "die Karriere nach der Karriere", wie er selbst sagt. Lauth fühlt sich mit 34 gut vorbereitet, andere scheitern immer wieder daran, sich früh genug auf die Zeit nach der Karriere als Sportler einzustellen.

Lauth plant, die nächsten ein, zwei Jahre erst einmal vieles auszuprobieren. Eines steht fest: So wie das Restaurant am Baldeplatz der Gastronomie treu blieb, will auch Lauth dem Fußball erhalten bleiben. "Dort habe ich zig Jahre verbracht und viel Erfahrung gesammelt, die ich weitergeben kann. Außerdem habe ich Kontakte und aktuell kennen mich die Spieler noch, in zwanzig Jahren immerhin deren Eltern." Seit einem Jahr studiert er an einer Fernuni Sportmanagement, nächstes Jahr ist er damit fertig. Gerade hat er sich damit befasst, ein Event zu planen und darüber eine Hausaufgabe im Fach Sportmarketing erstellt. Außerdem will er nebenher den Trainerschein machen: "Ich versuche, mich in alle Richtungen fortzubilden, will nicht blind in eine Aufgabe hineinlaufen."

Auch ein Abschiedsspiel sei nicht geplant. Den perfekten Abschluss habe er ja schon gehabt. Der Stürmer brüllte dem Löwen-Anhang im Mai 2014 bereits ein ganz lautes Servus zu - so wie es sich für einen Stürmer gehört: mit einem Tor in letzter Minute vor der eigenen Fankurve. "So habe ich mir das damals insgeheim natürlich auch erträumt", sagt er und lächelt. Ins Fugazi wird er auch in Zukunft und in einer möglichen neuen Funktion noch kommen. Das Frühstück finde er dort ganz gut. Und außerdem kann er mit seinem Hund Casper vom Baldeplatz aus an der Isar spazieren gehen.

Ganz still will sich Benjamin Lauth schließlich auch als ehemaliger Sportler nicht halten.