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Sieg von Borussia Mönchengladbach:Ansehnliche Offensive, anfällige Defensive

Eine dritte Änderung musste der Trainer nur 13 Minuten nach Spielbeginn zwangsweise vornehmen und Josip Drmic für den Rechtsaußen Ibrahima Traoré bringen, der sich nach wenigen Minuten den Oberschenkel gezerrt hatte. Drmic war vor der Saison für gut zehn Millionen Euro aus Leverkusen gekommen und gilt bei Skeptikern als Fehlkauf. Diesmal konnte er sich aber zumindest rühmen, drittletzte Station vor dem 1:0 in der 29. Minute gewesen zu sein. Von rechts hüben drosch er den Ball nach ganz links drüben, wo Wendt auf Xhaka abprallen ließ und dieser quer durch die löchrige Sevilla-Abwehr hindurch Lars Stindl zum 1:0 bediente.

Doch so ansehnlich das Gladbacher Offensivspiel in der 13. Pflichtpartie unter dem Trainer Schubert auch wieder ausfiel, so anfällig agierte die Defensive, in der sich die Gäste-Stürmer Gameiro und Konoplyanka recht frei austoben konnten. Allerdings durften ebenso freimütig die Haare raufen, weil sie ihre trefflichen Chancen nicht zu Treffern nutzten. Gladbachs skandinavische Abwehrreihe mit dem Norweger Nordtveit, dem Dänen Andreas Christensen und dem Schweden Oscar Wendt wirkte in brenzligen Situationen leicht unterkühlt. Wärme spendete dann mit seinen Rettungstaten wenigstens der Schweizer Torwart namens Yann Sommer.

Johnson schlenzt schön zum 2:0

Zwei Remis gegen Juventus Turin waren zuvor das höchste der Gladbacher Gefühle in diesem Wettbewerb gewesen, weshalb die Fans in einer schönen Choreografie vor dem Abpfiff an die Sternstunden der Vereinsgeschichte erinnert hatten. Von historischen Sternstunden muss die gegenwärtige Mannschaft weiter träumen, immerhin aber hielt sie mit dem FC Sevilla am Mittwoch den zuletzt zweimaligen Europa-League-Triumphator in Schach.

Und nicht nur das: Als die Schüsse der Andalusier mit zunehmender Spielzeit immer knapper am Gladbacher Tor vorbeisausten, erlöste Johnson die Gladbacher (nach Vorlage des omnipräsenten Stindl) mit einem Schlenzer zum 2:0 (68.). In der turbulenten Schlussphase erhöhte Raffael auf 3:0 (78.), doch das 3:1 durch Vitolo in der 82. Minute beraubte die Gladbacher der Hoffnung, den direkten Vergleich mit Sevilla sogar noch gewinnen zu können. Da half auch Stindls Treffer zum 4:1 nur eine Minute später nichts mehr - zumal Banega in der Nachspielzeit per Foulelfmeter auf 4:2 verkürzte.

© SZ vom 26.11.2015
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