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25. Todestag von Ayrton Senna:Rennfahrer aus einer anderen Dimension

Ayrton Senna

Der brasilianische Formel 1-Pilot Ayrton Senna verunglückte im Mai 1994 beim Großen Preis von San Marino in Imola tödlich.

(Foto: dpa)
  • Verunglückt mit 310 Stundenkilometern in Imola: Der Tod des Volkshelden Ayrton Senna bewegt Brasilien bis heute.
  • Sein Unfall hat die Formel 1 verändert: die Helme sind nun sicherer, die Cockpits stabiler, die Runden etwas langsamer.
  • "Für mich ragt er heraus, er fuhr auf einem ganz anderen Niveau", sagt Weltmeister Lewis Hamilton über Senna.

An dem Tag, an dem Brasiliens jenseits der Fußballfelder wichtigster Sportler starb, stand für einen Moment auch das Maracanã still. Vielleicht hatte es außer dem nationalen Schock nach der finalen WM-Niederlage 1950 nie einen Moment gegeben, in dem so viele Menschen in diesem Stadion von Rio de Janeiro gleichzeitig so entsetzt waren.

Die Profis der Lokalrivalen Flamengo und Vasco da Gama schauten an jenem 1. Mai 1994 betreten auf den Rasen, als die Schweigeminute für den Rennfahrer Ayrton Senna begann. Dann zerbrachen mehr als 100 000 Münder in der Betonschüssel die Andacht und riefen in einem Chor, wie ihn die rivalisierenden Fans sonst nie hinbekommen hätten: "Olé, olé, olé, Senna, Senna."

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Ganz Brasilien fiel in vereinte Trance an einem der schrecklichsten Wochenenden in der Geschichte der Formel 1. Bei der Qualifikation zum Großen Preis von San Marino in Imola war erst der Österreicher Roland Ratzenberger am Samstagnachmittag in eine Betonwand an der Villeneuve-Kurve gerast und gestorben - Senna fuhr während der Pause zu dem Wrack des Autos, traf den Neurochirurgen Sid Watkins und brach in Tränen aus. Dann ging der Brasilianer am Sonntag im Alter von 34 Jahren selbst zum letzten Mal auf den Kurs.

Mit 310 von der Linie ab

Ayrton Senna lag vor Michael Schumacher in Führung, als er in Runde sieben mit 310 Stundenkilometern wie ferngesteuert von seiner Linie abkam und trotz Bremsung in der Tamburello-Kurve mit hoher Geschwindigkeit gegen die Begrenzung knallte. Sein Williams wurde mit zerfetzter Vorderachse auf die Fahrbahn zurückgeschleudert und kam zum Stehen. "Senna bateu forte!", rief der Kommentar Galvão Bueno während der Live-Übertragung vor Millionen Zuschauern auf TV Globo, "Senna ist stark aufgeprallt!"

Niemand wusste in diesen langen Sekunden, dass der Volksheld da schon halb tot in seinem Fahrzeug saß. Eine Strebe der rechten Radaufhängung war bei dem Zusammenstoß durch die Luft gewirbelt und hatte sich durch seinen Helm gebohrt. Senna wurde mit schweren Hirnverletzungen im Hubschrauber nach Bologna gebracht und starb wenige Stunden später.

Am Tag der Beerdigung sprach der bis heute populäre Globo-Mann und Senna-Vertraute Bueno in der Nachtsendung eine religiöse Hommage. Er habe nach einem Satz gesucht, der ihn beschreibe, aber keinen gefunden, murmelte er. Senna sei größer als ein Satz, er gehöre zu einer anderen Dimension und habe seinen Platz nun dort gefunden: "Geh' mit Gott, mein Freund."

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Die Überhöhung zum fast übersinnlichen Idol begleitete den Südamerikaner durch die besten Zeiten seines Lebens. Ayrton Senna war in zehn Jahren dreimal im McLaren Weltmeister gewesen (1988, 1990, 1991), er hatte 41 seiner 161 Rennen gewonnen und 13 328,4 Kilometer lang in der Pole Position gelegen. Seine Duelle mit Alain Prost sind legendär.