2. Fußball-Bundesliga Ewald Lienen soll St. Pauli retten

Zurück auf deutschen Trainerbänken: Ewald Lienen.

(Foto: dpa)
  • Ewald Lienen wird überraschend neuer Trainer beim FC St. Pauli. Seine letzte Trainerstation in Deutschland war Arminia Bielefeld.
  • Zuvor hat der Klub Sportdirektor Rachid Azzouzi beurlaubt. Der bisherige Coach Thomas Meggle wird dessen Amt ab sofort übernehmen.

Ewald Lienen kehrt zurück

Nach dem Absturz auf den letzten Tabellenplatz hat der FC St. Pauli überraschend Trainer Ewald Lienen als Retter verpflichtet. Der 61 Jahre alte Altmeister soll den drohenden Abstieg der Hamburger Kiezkicker aus der 2. Fußball-Bundesliga mit aller Macht verhindern und sitzt schon am Mittwoch beim Tabellenführer FC Ingolstadt (17.30 Uhr) auf der Bank.

Das sagt die Vereinsführung

"Wir wollen etwas unterbrechen und etwas Neues starten. Wir werden jetzt viele Gespräche mit den Spielern führen", sagte Lienen, der nach nur 104 Tagen Thomas Meggle ablöst. Das Klub-Idol ersetzt wiederum den erfolglosen Rachid Azzouzi als Sportchef. "Wir wollten auf der Trainerbank einen neuen Impuls setzen", sagte Klub-Präsident Oke Göttlich, der ebenfalls erst seit einem Monat im Amt ist und Meggle sowie Azzouzi zuletzt noch das Vertrauen ausgesprochen hatte, zu den personellen Maßnahmen.

Nur die Krisenrhetorik sitzt

Tradition und Folklore reichen nicht mehr: Der FC St. Pauli ist Letzter in der Zweiten Bundesliga und spielt wie ein Absteiger. Wenigstens verbal macht den Hamburgern so schnell keiner was vor. Von Carsten Eberts mehr ... Analyse

Das sagt Lienen selbst

Doch die Angst vor dem sportlich wie finanziell bitteren Gang in die Drittklassigkeit ließ Göttlich nach acht Spielen ohne Sieg handeln. In der Nacht wurde dann das Schicksal von Meggle und Azzouzi, der nach seinem Wechsel 2012 von der SpVgg Greuther Fürth zuletzt immer stärker in die Kritik geraten war, besiegelt. Lienen, der bis zum Ende der vergangenen Saison bei Oțelul Galați in Rumänien tätig war und in Deutschland zuletzt bei Arminia Bielefeld (2010/2011) gearbeitet hatte, erhält bei St. Pauli einen Vertrag bis Sommer 2016. Gleich nach seiner Vorstellung stürzte sich der als "Zettel-Ewald" bekannte Arbeiter in seine Aufgabe.

"St. Pauli ist eine der interessantesten Marken im deutschen Fußball und daher eine äußerst reizvolle Aufgabe für mich", sagte Lienen, der am frühen Nachmittag erstmals mit seinem neuen Team trainierte und anschließend mit in den Flieger nach Ingolstadt stieg: "Da werden wir die kurze Vorbereitung auf das Spiel fortsetzen."

"Die Fans haben es verdient, dass der Klub drinbleibt"

Lienen machte aber auch gleich deutlich, dass er sich neue Spieler wünscht, um seine "Mission Klassenerhalt" realisieren zu können. "Ich werde mit Thomas in der Winterpause viele Gespräche über eventuelle Neuverpflichtungen führen", sagte er über die kommende Zusammenarbeit mit seinem Vorgänger. Meggle wollte seine Versetzung wiederum nicht als Degradierung verstanden wissen. "Es ist eine spannende Aufgabe, neue Strukturen zu schaffen, als Sportdirektor neue Impulse zu setzen und Dinge zu bewegen", sagte er. Um den Abstieg zu verhindern, wird St. Pauli wohl besonders in der Defensive noch einmal nachlegen müssen: Mit 36 Gegentreffern sind die Hamburger die Schießbude der Liga. "Die Fans haben es verdient, dass der Klub drinbleibt", sagte Lienen - der neue Hoffnungsträger auf St. Pauli.