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Vier Tage in Afrika:Meine Brieffreundin in Ruanda

Jeanine Uwimbabazi und ihr Sohn Tresor im Jahr 2012: In dieser Nähstube hat unser Autor die beiden kennengelernt.

(Foto: Olaf Unverzart)

Vor fünf Jahren begegnete unser Autor auf einer Reise für wenige Momente einer Frau. Seitdem schreiben sie sich alle vier Wochen. Nun fuhr er nach Ostafrika, um sie wirklich kennenzulernen.

Von Tobias Haberl, SZ-Magazin

Schon auf den wenigen Kilometern vom Flughafen ins Zentrum von Kigali ist alles wieder da: der Geruch nach Erde und Teer, das wilde Grün der Hügel, die mit Akazien, Ölpalmen und Eukalyptus bewachsen ihre Hauptstadt wie einen Schatz einschließen, das Gelb, Blau, Grün der Mobilfunkwerbungen auf den Häuserfassaden und - beim Anblick der Menschen, die Zuckerrohrstangen und Wasserkanister auf ihren Köpfen balancieren - die Scham und das heftige Gefühl, ungelenk und behäbig, auf jeden Fall europäisch, ja ein Weißer zu sein. Der Plan ist, eine Nacht in Kigali zu verbringen und am nächsten Morgen mit dem Bus nach Norden zu fahren. Mein Ziel ist Ruhengeri, 90 000 Einwohner, ein letzter Posten der Zivilisation, bevor die Wildnis übernimmt; der ostafrikanische Grabenbruch, die Virunga-Vulkane, der Dschungel, Rückzugsgebiet der letzten frei lebenden Berggorillas.

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