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Verbote und Fettnäpfchen auf Reisen:Das macht man hier nicht!

Collage: Illutrov; Fotos: dpa (7), Getty, Reuters, Marco Einfeldt

Selbst Sandburgen bauen oder Kaugummi kauen ist an manchen Orten der Welt verboten. Wo vermeintlich Banales arglosen Touristen teuer zu stehen kommt.

Tattoos zeigen

Buddha bedeutet auf Sanskrit "Erwachter"; er wird als ein Wesen mit vollkommenem Geist verstanden. Ein angenehmer, unkomplizierter Reisegefährte, möchte man meinen. Vor Kurzem aber sorgte ein Buddha-Tattoo am Bein eines Spaniers in Myanmar dafür, dass der Mann festgenommen und aus der Tempelstadt Bagan verwiesen wurde. Mönche hatten das Tattoo als Religionsbeleidigung aufgefasst und die Polizei informiert. Zu offen zur Schau gestellte Zuneigung zu Buddha kommt auch in Sri Lanka nicht gut an, wo 2012 drei Franzosen im Gefängnis landeten, weil sie eine Buddha-Statue geküsst hatten.

Mohngebäck essen

In den Vereinigten Arabischen Emiraten gilt Mohn als narkotisierende Droge, selbst die Einfuhr kleinster Mengen kann eine mehrjährige Haftstrafe zur Folge haben. Bereits drei Körnchen zwischen den somit kariös anmutenden Zähnen können zum Verhängnis werden, wie ein Schweizer feststellen musste, der vor dem Abflug ein Mohngebäck verspeist hatte. Er wurde wegen Verdachts auf Drogenschmuggel festgenommen. In vielen arabischen Staaten ist darüber hinaus der Konsum von Alkoholika illegal und auch Touristen nur innerhalb der Hotelanlage gestattet.

Während des Ramadan sind in Saudi-Arabien selbst Nicht-Muslime zum Verzicht auf Nahrung, Zigaretten und sogar Kaugummis verpflichtet. In der selbsternannten Verbotshauptstadt Singapur darf man nur gegen Vorlage eines ärztlichen Rezepts Kaugummi kauen. Weiters empfiehlt es sich, seinen Abfall nicht auf die Straße zu werfen; dies kann beim ersten Mal mit bis zu 100 Euro Strafe, beim dritten Verstoß mit bis zu 650 Euro Strafe geahndet werden. Unbelehrbare können zum Müllsammeln geschickt werden. Ähnlich viel zahlt, wer auf Bahnhöfen oder in Verkehrsmitteln isst, trinkt oder raucht; das Sprühen von Graffiti wird gar mit dem Rohrstock bestraft.

Spielen und Tanzen

Drachen steigen lassen, das Rutschen auf Eis oder Schnee sowie "belästigendes" Spielen ist auf britischen Bürgersteigen untersagt. Auf der Nordseeinsel Sylt wird das Bauen von Sandburgen sowie das Graben von Löchern geahndet und kann mit bis zu 1000 Euro Bußgeld die Reisekasse belasten. Die iranische Sittenpolizei verbietet Frauen, also auch Touristinnen, das Tanzen und Singen in der Öffentlichkeit. Erst diesen Mai wurden dort auf einer Feier 30 tanzende Studenten zu Peitschenhieben verurteilt. Auch Thailands Premier drohte an, dass Touristinnen, die zu aufreizend tanzen, festgenommen werden können.

Reise-Knigge

Vorsicht, internationale Fettnäpfchen!

Könige kränken

Majestätsbeleidigung wird in Thailand bisweilen schwerer als Mord bestraft. 2015 wurde gegen einen Einheimischen eine 30-jährige Haftstrafe verhängt, weil er sich auf Facebook abfällig über den König geäußert hatte. Auch Touristen sollten sich hüten, thailändische Banknoten mit dem Porträt des Königs mit Füßen zu treten oder ihre Wassergläser darauf abzustellen. Ein betrunkener Schweizer, der 2007 ein Bildnis des Königs mit Farbe besprüht hatte, wurde mit zehn Jahren Haft bestraft.

Auch hieß es lange, dass es in Großbritannien strafbar sei, Briefmarken mit dem Bildnis der Queen kopfüber aufzukleben. Tatsächlich verbietet der Treason Felony Act von 1848 die Herabwürdigung der Königsfamilie. Die inkorrekte Handhabung von Briefmarken falle jedoch nicht darunter, wie die Royal Mail vor wenigen Jahren verlautbaren ließ, um den Spekulationen endlich ein Ende zu setzen.

Nackt sein

Im Schweizer Kanton Appenzell Innerrhoden wird gegen nackte Wanderer seit 2013 eine Geldstrafe von 130 Franken verhängt, da immer mehr Unbekleidete zu Almhütten und Gipfelkreuzen unterwegs sind. In Deutschland darf man nackt radeln, schwimmen oder Auto fahren, solange man dies nicht um des sexuellen Lustgewinns willens tut und niemanden belästigt. Auf ausgewiesenen FKK-Stränden an der Ostsee oder an den französischen Küsten gehört Nacktheit hingegen zum guten Ton. Provokant wäre es dort, sich vollständig bekleidet am Kiosk anzustellen.