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Teakhaus von Jim Thompson in Bangkok:Rotes Haus der Erinnerung

Er hat die Seidenindustrie in Thailand angekurbelt, Arbeitsplätze geschaffen, gilt manchen gar als Held. Doch 1967 verschwand der US-Amerikaner Jim Thompson spurlos im Dschungel Malaysias. Nun ist sein Haus mitten in Bangkok eine Touristenattraktion.

Ist er untergetaucht? Hat ihn ein Raubtier getötet? Und ist Jim Thompson wirklich einer der berühmtesten Amerikaner in Asien? Fragen über Fragen, die Besucher zwischen Teakholzhäusern, Buddhafiguren und kleinen Dschungelgärten stellen.

Highlight in Bangkok: Das Teakhaus von Jim Thompson

Touristenattraktion in Grün und Rot: die Haus- und Museumsanlage des US-Bürgers Jim Thompson im Herzen Bangkoks.

(Foto: dpa-tmn)

Das Jim-Thompson-Haus im Herzen Bangkoks ist eine Oase von Ruhe, Kunst und Tradition zwischen Wolkenkratzern und Straßenlärm nahe der Station National Stadium. "Ja, er ist berühmt, für viele ein Held", erläutert Panfun Thanommam. Die anderen beiden Fragen können weder die junge Führerin noch Historiker, Forscher oder die Polizei beantworten.

Der Designer, Architekt, Industrielle und Militärexperte verschwand am 27. März 1967 während eines Besuchs mit Freunden in den Cameron Highlands in Malaysia. Bis heute gibt es keine Spur, nicht mal im Urwald einen Stofffetzen des damals 61-Jährigen, der aus Greenville im US-Bundesstaat Delaware stammt. Alle Suchaktionen blieben erfolglos.

Die Schlagzeilen gingen um die Welt. Zurück blieb das wertvolle Domizil des Thailand-Fans: sechs historische Teakhäuser, seine Kunstsammlung, Gemälde, Möbel, Antiquitäten, ein üppiger Garten. Im Restaurant der Anlage mundet frischer Mangosaft, die Gäste betrachten die Blütenpracht, einen Teich mit Fischen und Skulpturen. In großen Schalen schwimmen Lotusblüten. Der hölzerne Gebäudekomplex trägt rote Außenfarbe, die von einem traditionellen Konservierungsmittel stammt.

In Ayutthaya, der alten Hauptstadt Thailands, wurden die Dachschindeln gebrannt. Von hier stammt auch ein Teil der heute wohl 250 Jahre alten Hausteile, die Thompson auseinandernehmen, nach Bangkok transportieren und hier wieder zusammenfügen ließ. Vor dem Betreten der Häuser mit viel asiatischer Kunst werden die Schuhe ausgezogen. Eine Touristin aus Paris fragt eher flüsternd nach dem Schicksal von Thompson und dem Alter der Kronleuchter, die aus Palästen Bangkoks des 18. und 19. Jahrhunderts stammen.