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Sandsammler Helber:"Fast überall auf der Welt findet man eine Tüte Sand"

sueddeutsche.de: Und wo gibt es den weißesten Sandstrand?

Daniel Helber, 34, Ingenieur aus Denkendorf beim Sandsammlen in Shanghai.

(Foto: Foto: oH)

Helber: Wenn ich meine Sammlung anschaue: New Mexico in den USA, in den White Sands-Dünen.

sueddeutsche.de: Den feinsten Sand?

Helber: In der Sahara. Dort hatte der Sand viel Zeit und Platz, sich glatt und fein zu schleifen.

sueddeutsche.de: Suchen Sie sich Ihr Urlaubsziel nach dem Sand aus?

Helber: Zum Glück findet man fast überall auf der Welt eine Tüte Sand. Gerade war ich ein paar Tage in der Schweiz, in Österreich, in Deutschland und in Liechtenstein beim Wandern. Von jedem Gipfel habe ich mir Sand mitgenommen und aus den Seen und Flüssen natürlich auch.

sueddeutsche.de: Das heißt, Sie sammeln Ihren Sand nicht nur an Stränden?

Helber: Genau, ich sammle am und im Wasser, auf Bergen, in Wüsten, in Höhlen. Wenn man dort ein Loch gräbt, stößt man auch auf Sand. Ich bin nicht sehr wählerisch. Ich würde sogar auf Mallorca Sand mitnehmen, wenn ich den noch nicht hätte. Und wenn man darf.

sueddeutsche.de: Sind Sie denn beim Sammeln schon mit dem Gesetz in Konflikt gekommen?

Helber: Ich noch nicht, aber ein Helfer. Ich bin inzwischen als Sandmann bekannt: Freunde, Arbeitskollegen und sogar Lieferanten meiner Firma bringen mir etwas mit. Der Bekannte hatte in der Dominikanischen Republik Sand eingepackt - und wurde am Zoll gestoppt. Er musste dann die Tüte wieder ausleeren. Auch in Sardinien darf man das nicht.

sueddeutsche.de: Gibt es denn einen Sand, den Sie unbedingt haben wollen?

Helber: Es gibt etwa 250 Länder auf der Welt. Ich suche nach den 20 Ländern, die mir noch fehlen und nach Sand von einsamen Inseln. Schwierig wird es mit der Bouvetinsel oder der Norfolkinsel - dort kommen kaum Touristen hin. Aber vor kurzem hat mich ein Weltreisender im Internet gefunden, er mochte mein Hobby. Jetzt ist er in Ozeanien unterwegs und schickt mir alle paar Monate ein Päckchen Sand mit der Post.

Mehr Informationen zum Sandsammeln unter www.sand-sammlung.de. Dort nimmt Daniel Helber auch Sandspenden entgegen.

© sueddeutsche.de/jj
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