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Rio de Janeiro:Tausende kleine Plättchen für Christus

Karneval in Rio

Aus dem Elendsviertel zur Samba-Queen

Inspiriert von einem Springbrunnen aus Mosaiken, kam dann die Idee auf, brasilianischen Speckstein in kleine, dreieckige Plättchen zu schneiden und den Christus damit überziehen zu lassen. Ein leicht zu bearbeitendes Material, versichert die Restauratorin heute, aber vor allem ein sehr wetterfestes.

Ihre ausgesprochene Schönheit verdankt diese Stadt vor allem ihrer einzigartigen Lage. Und die erfasst man am besten von ganz oben, vom Corcovado aus: Perfekt geschwungene Sichelbuchten mit hellen Sandstränden, von smaragdgrünem Wasser umspült und mit wohlklingenden Namen wie Copacabana, Ipanema, Leblon.

Dazwischen grüne Hügel, von Regenwald überwuchert, und ein Häusermeer aus Weiß und Schwarz: Die weißgekalkten Häuser der Reichen sind deutlich von den dunklen, eternitgrauen Häuser der Slums zu unterscheiden, die hier Favelas heißen. Geht es nach der Stadtregierung, sollen die Elendsquartiere eigentlich politisch korrekt als Communities bezeichnet werden, auch wenn das nichts daran ändert, dass man deren Gewalt- und Drogenprobleme bislang nur partiell in den Griff bekommt.

Márcia Braga ist im noblen Stadtteil von Ipanema zu Hause. Altbauwohnung wie in Paris, gleich hinterm Eingang des Hauses wacht ein Concierge, zum Innenhof öffnet sich ein ruhiger begrünter Garten. Am Abend hat die Restauratorin prominenten Besuch: Maria Izabel Seabra de Noronha, kurz Bel Noronha genannt.