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Reisebildband:Königliche Kühe und schöne Schafe

Tiger, Löwen, Elefanten? Wer diese Reisebildbände gesehen hat, macht sich auf die Suche nach Tieren, die zahmer sind - aber genauso majestätisch.

Elefanten, Löwen und Berggorillas, Wale, Störche und Eisbären: Die Menschen reisen weit, um spezielle Tiere zu sehen. Ostafrika hätte nicht halb so viele Besucher, gäbe es dort nicht die Gelegenheit zu Safaris. Mit den Schafen in Tirol sieht es in Sachen touristischer Wertschöpfung im Vergleich dazu ein wenig anders aus - möchte man meinen. Und unterliegt damit womöglich einem Irrtum. Der Schaftrieb vom Ötz- ins Schalstal und zurück ist Welterbe und immer mehr auch touristische Attraktion. Und was wären die ganzen Berggaststätten ohne ihre Streichelzoos?

Die Tiroler Küche überdies ist geprägt vom Lamm. Kurz: Mögen die Menschen in erster Linie wegen der Landschaft nach Tirol kommen, so wird diese maßgeblich von Schafen geprägt, vor allem in schwierigerem Gelände.

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Die Schafe von Tirol

Nun ist die Missachtung der Schafe nicht so groß, dass man von einer Ehrenrettung sprechen müsste. Aber eine überfällige Würdigung ist der Band "Schafe in Tirol" des Fotografen Thomas Stoffaneller und der Autorin Susanne Schaber allemal. Stoffaneller fotografiert analog in Schwarz-Weiß. Das ermöglicht ihm eine Reduktion der Motive auf Formen und Kontraste, die "Wirkung und Aussagekraft" könne sich so voll entfalten, schreibt er in seinem Nachwort.

Der Kuschelfaktor des Buches ist abgesehen vom flauschigen Einband gering, die Tiere sind nicht gezielt niedlich dargestellt. Vielmehr dokumentiert Stoffaneller, wie sich die Menschen, die Schafe und die Landschaft gegenseitig bedingen.

Ähnlich wie mit Schafen verhält es sich mit Kühen: Sie sind nicht per se ein Lockmittel für Urlauber. Man muss schon eine Passion haben wie Werner Lampert, der sich von der Schönheit ursprünglicher Arten faszinieren lässt. Kühe gibt es auf der ganzen Welt, entsprechend unterschiedlich sind die einzelnen Arten ausgeprägt. Man kann in dem Bildband "Unberührte Schönheit" viel lernen über diese Tiere, über ihre grundsätzlichen und ihre speziellen Eigenschaften, über ihre Genealogie. Was aber noch viel faszinierender ist: Die Fotografen Ramona Waldner, Judith Benedikt, Fabrice Romain Monteiro und Marzio Marzot wecken eine kaum für möglich gehaltene Reiselust.

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Dass Kühe so schön sein können

Betrachtet man die Bilder, möchte man viele dieser Tiere einmal in Natur erleben: etwa die Ankole-Rinder in Uganda mit Hörnern, so imposant wie Stoßzähne eines Elefanten. Oder Rinder mit nach unten gekrümmten Hörnern. Durch ihre isolierte Haltung im abgelegenen äthiopischen Kloster Mahibere-Selassie, nach dem sie benannt sind, bleiben sie von anderen Rassen getrennt. Die Kühe, da weiblich, dürfen den eigentlichen Kloster-Komplex übrigens nicht betreten.

Selbst in den Alpen gibt es viele Arten, die nur noch ein paar hundert Tiere zählen. Sie aufzuspüren, kann genauso reizvoll sein, wie Murmeltiere oder Gämsen zu beobachten.

Werner Lampert: Unberührte Schönheit. Reise zu den ursprünglichen Kühen der Welt. Benevento Publishing / Servus Buchverlag, Wals bei Salzburg 2015. 416 Seiten, 29,90 Euro.

Thomas Stoffaneller, Susanne Schaber: Schafe in Tirol. Tyrolia Verlag, Innsbruck 2015. 120 Seiten, 39,95 Euro.

Reisebildband Cowcam

Mit den Augen eines Rindes