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Neue Aschewolke:Niederländische Flughäfen wieder offen

Neue Vulkanasche ist über den Kontinent gewabert und hat vor allem in den Niederlanden den Verkehr beeinträchtigt. Am Nachmittag entspannte sich die Lage.

Die Aschewolke des isländischen Vulkans hat erneut den Luftverkehr in Teilen Europas ausgebremst. Auf auf den Flughäfen Amsterdam-Schiphol und Rotterdam in den Niederlanden ging seit Montagmorgen nichts mehr. Dutzende Flüge wurden gestrichen. Am Mittag wurden die Airports wieder freigegeben.

Heathrow Flughafen, AP

Szenarien von leergefegten Check-in-Schaltern wie im April hat es diesmal am Flughafen Heathrow nur kurz gegeben - der Luftraum über London ist dort zum Teil wieder geöffnet.

(Foto: Foto: AP)

Im Norden Belgiens kam es ebenfalls zu Beeinträchtigungen des Flugverkehrs. Der Flughafen des Küstenortes Ostende wurde bis 14.00 Uhr geschlossen, teilte das zuständige Ministerium mit. Der belgische Luftraum über der Nordsee durfte ebenfalls nicht mehr beflogen werden. Die übrigen Airports des Landes meldeten zum Teil Verspätungen, in Charleroi fielen einige Flüge aus.

Großbritannien und Irland waren bereits seit Sonntag betroffen, doch am Montag hob die britische Flugsicherung die Sperrung des Luftraums über London zum Teil auf. Die Aschewolke des Vulkans Eyjafjallajökull sei weitergezogen, erklärte die NATS am Montagmorgen. Daher könne der Betrieb in Heathrow - Europas wichtigstem Flughafen - und Gatwick mit Einschränkungen freigegeben werden. In der Nacht hatte es noch geheißen, der gesamte Betrieb in Heathrow müsse bis acht Uhr ausfallen.

Auch andere Flughäfen blieben dicht, darunter alle in Nordirland sowie einige in Schottland. In Irland war die Hauptstadt Dublin betroffen. Die Flughäfen in Manchester, Liverpool und Leeds Bradford konnten ab dem frühen Montagmorgen wieder Maschinen abfertigen.

Insgesamt werden am Montag in Europa rund tausend Flüge ausfallen. Rund 28.000 Flüge würden wie geplant stattfinden, bilanzierte die europäische Organisation für Flugsicherheit Eurocontrol in Brüssel.

Der Präsident der Fluglinie Virgin Atlantic, Sir Richard Branson, kritisierte die Schließung des Flughafens in Manchester. "Alle Testflüge von Fluggesellschaften, Flugzeug- und Motorenherstellern haben bislang keine Beweise gebracht, dass die Fluglinien nicht in kompletter Sicherheit normal weiterfliegen können", sagte Branson am Sonntag. Mehr als tausend Flüge sind vergangene Woche in Frankreich unter ähnlichen Bedingungen gestartet."

Ein Sprecher von British Airways (BA) forderte, die Fluggesellschaften sollten selbst entscheiden können, ob sie fliegen oder nicht. Die britische Luftfahrtbehörde CAA wehrte sich gegen die Vorwürfe: Die Sicherheit der Passagiere habe absoluten Vorrang.

Die Vulkanasche-Wolke über dem Norden Großbritanniens hatte sich nach Messungen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) aber etwa 4000 Metern Höhe drei Kilometer dick ausgebreitet. Das hatte ein Messflugzeug vom Typ Falcon herausgefunden.

Deutschland nicht betroffen

Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienst (DWD) werde sich das Problem in den nächsten Tagen abschwächen, weil "wir über Island eine südwestliche Strömung bekommen. Das heißt, die Aschewolke ist nicht weg, aber eben nicht in Mitteleuropa, sondern wird irgendwo aufs Nordmeer hinausgetrieben", erklärte Sabine Bork von der DWD-Luftfahrtberatungszentrale.

Aus heutiger Sicht werde der deutsche Luftraum bis einschließlich Pfingsten wegen einer Süd-West-Strömung von der Vulkan-Asche nicht betroffen sein, sagte DWD-Sprecher Uwe Kirsche.

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