Deutsche Bahn:Zugfahren wird abermals teurer

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Die Bahn verlangt mit dem Start des Winterfahrplans mehr für die Zugtickets, schuld seien die höheren Kosten fürs Personal. Doch nicht alle Strecken und Angebote sind betroffen.

Im vergangenen Jahr waren die hohen Strompreise schuld, im Jahr zuvor ebenfalls - und diesmal wird das Personal zu teuer. So begründet die Deutsche Bahn die höheren Fahrpreise, die ihre Kunden vom 15. Dezember an zahlen müssen.

Die Karten für Intercity und ICE kosten zum Fahrplanwechsel im Schnitt 2,5 Prozent mehr, wie die Deutsche Bahn bekanntgab. Gleiches gilt für die Bahncard 50, ihr Preis erhöht sich um sechs Euro auf 255 Euro (die Bahncard-25 in der zweiten Klasse wird einen Euro teurer und kostet 62 Euro).

In den roten Zügen des Nahverkehrs steigen die Preise mit 2,9 Prozent noch stärker.

Wer sich einen Sitzplatz sichern will, muss zusätzlich tiefer in die Tasche greifen: Die Reservierung kostet künftig 4,50 Euro statt vier Euro. Neu geregelt wird der Aufschlag für den Fahrkarten-Kauf in Fernzügen: Bislang waren - abhängig vom Fahrkarten-Preis - fünf bis zehn Euro fällig, künftig sind es einheitlich 7,50 Euro.

Das Schöne-Wochenende-Ticket kostet künftig 44 Euro und damit zwei Euro mehr. Baden-Württemberg-Ticket, Bayern-Ticket, Rheinland-Pfalz/Saarland-Ticket verteuern sich jeweils um einen Euro, während die Preise für andere Ländertickets stabil bleiben.

Die Preiserhöhungen sollen aber nicht für das gesamte Netz gelten.

Keine Preisänderungen soll es auf der Verbindung von Köln oder Düsseldorf nach Berlin geben. Wegen des Elbhochwassers im Sommer ist dort die Haupttrasse noch bis November gesperrt, was eine um rund eine Stunde längere Fahrtzeit bedeutet. Unverändert bleiben zudem die Spezial-Sonderpreise, die ermäßigten Bahncards für Jugendliche und Senioren sowie die Netzkarte Bahncard 100.

Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg sagte, somit verteuerten sich die Tickets im Fernverkehr für rund die Hälfte der Fahrten nicht.

Die Bahn hatte 2003 die Ticket-Kosten im Fernverkehr im Zuge einer verunglückten Preisreform um gut zehn Prozent gesenkt. Seitdem hat sie die Preise jedes Jahr - bis auf 2010 - stärker als die Inflationsrate angehoben. Dies gilt auch für dieses Mal.

Der Fahrgastverband "Pro Bahn" kritisierte die Erhöhungen: "Wir hätten es sehr begrüßt, wenn die Deutsche Bahn das Preis-Karussell gestoppt hätte", sagte der stellvertretende Verbandsvorsitzende Gerd Aschoff. Er verwies auf die wegen der Hochwasserfolgen verspäteten Züge, den viel zu knappen Wagenpark sowie auf mangelhafte Reinigung und Wartung.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) bezeichnete die Preiserhöhungen als unverständlich, da sich die Leistungen im Fernverkehr nicht verbessert hätten. Die Bahn sei mit sehr alten Zügen unterwegs, die zudem immer voller seien.

In den vergangenen Jahren legten die Passagierzahlen gerade im Fernverkehr deutlich zu. Die Sparte konnte so ihren Gewinn 2012 mehr als verdoppeln. Gerade dieser Passagierzuwachs sowie die in den vergangenen Jahren deutlich gestiegenen Spritkosten für Autofahrer machten es aber der Bahn auch möglich, die Preise zu erhöhen, erklärte der VCD.

Einige Beispiele, jeweils für eine einfache Fahrt in der 2. Klasse:

Im Regionalverkehr kostete die Fahrt von Augsburg nach München (62 Kilometer) bislang 12,50 Euro, künftig 12,90 Euro.

Für 120 Kilometer von Leipzig nach Dresden werden Bahnkunden statt 23,10 Euro von Dezember an 23,80 Euro berechnet.

Im Fernverkehr sind für die Fahrt im ICE von Frankfurt nach Köln (225 Kilometer) mit 71 Euro künftig zwei Euro mehr zu bezahlen; von Dortmund nach München (743 Kilometer) 142 Euro statt 139 Euro.

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