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Zwickauer Terrorzelle:Weiterer Neonazi-Terrorhelfer festgenommen

Ohne ihre Helfer aus der Szene hätten Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt wohl kaum so lange untergetaucht bleiben können. Nun hat die Anti-Terror-Spezialeinheit GSG 9 einen weiteren mutmaßlichen Helfer der rechtsextremen Zwickauer Neonazi-Zelle festgenommen.

Die Anti-Terror-Spezialeinheit GSG 9 hat einen weiteren mutmaßlichen Helfer der rechtsradikalen Zwickauer Terrorzelle festgenommen. Das teilte die Bundesanwaltschaft mit. Er sei dringend verdächtig, Beihilfe zu sechs Morden und einem versuchten Mord der terroristischen Vereinigung Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) geleistet zu haben.

Der 31-jährige Carsten S. soll dem Neonazi-Trio den Ermittlern zufolge 2002 oder 2003 eine Schusswaffe nebst Munition beschafft haben. Angesichts seiner engen persönlichen und ideologischen Bindung zu Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt habe er die Verwendung der Waffe bei rechtsextremistisch motivierten Straftaten billigend in Kauf genommen. Bisher sei noch unklar, ob die Waffe tatsächlich für einen der Morde eingesetzt wurde.

Carsten S. wurde in Düsseldorf gefasst. Beamte des Bundeskriminalamts (BKA) und des Landeskriminalamts (LKA) Nordrhein-Westfalen durchsuchten die Düsseldorfer Wohnung des Beschuldigten.

Er stand den Ermittlern zufolge in enger Verbindung zu den drei 1998 abgetauchten Neonazis und soll diese finanziell unterstützt haben. Zeitweilig soll er der einzige aus dem rechtsextremistischen Umfeld der Gruppe gewesen sein, der unmittelbaren Kontakt zu der Zelle hatte.

Nach den bisherigen Erkenntnissen war Carsten S. 1999 und 2000 im rechtsextremistischen Thüringer Heimatschutz aktiv. Bis 2003 unterhielt er Kontakte in rechtsradikale Kreise, wie die Ermittler berichteten.

Die Zwickauer Terrorzelle wird für zahlreiche Morde an Kleinunternehmern türkischer und griechischer Herkunft sowie für den Mord an einer Polizistin in Heilbronn verantwortlich gemacht.

Erst vergangene Woche hatten Ermittler Wohnungen und Geschäftsräume von vier mutmaßlichen Helfern der Terrorgruppe durchsucht. Auch sie sollen dem Neonazi-Trio Waffen beschafft haben.