Zentralafrika 90 Tote bei Kämpfen im Kongo

Die Vereinten Nationen sind besorgt über die Rekrutierung von Kindersoldaten im Kongo. Das Kinderhilfswerk Unicef unterhält ein Transitzentrum für frühere Kindersoldaten im ostkongolesischen Goma.

(Foto: dpa)

Die UN-Friedensmission im Land spricht von einem unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt durch das Militär gegen die Rebellen.

Bei Kämpfen zwischen Rebellen und Sicherheitskräften sind in der Demokratischen Republik Kongo innerhalb von zwei Tagen mindestens 90 Menschen getötet worden. Wie das örtliche Rote Kreuz am Sonntag berichtete, kam es am Donnerstag und Freitag in der Stadt Tshimbulu in der Provinz Kasai zu den Auseinandersetzungen.

Die Friedensmission der Vereinten Nationen im Kongo (Monusco) teilte mit, es habe bis Freitagabend etwa 50 Tote gegeben. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters waren sie Mitglieder der Miliz Kamwina Nsapu. Sie seien von Soldaten getötet worden, nachdem sie einen Militärstützpunkt mit Messern und Knüppeln angegriffen hätten. Die Kämpfer hätten Rache für ihren Anführer nehmen wollen, der im August bei Auseinandersetzungen mit der Polizei ums Leben gekommen war.

Die Vereinten Nationen sind wegen der von den Rebellen begangenen Gräueltaten und der Rekrutierung von Kindersoldaten besorgt. Auch den unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt durch das Militär betrachten die UN kritisch.

Seit der Anführer der Rebellen, Kamwina Nsapu, im August durch die Polizei getötet worden war, kommt es in dem Land immer wieder sporadisch zu Gewaltausbrüchen. Rebellen versuchen, seinen Tod zu rächen. Sie kämpfen gegen die ihrer Ansicht nach "ungerechte politische Herrschaft" in der zentralkongolesischen Provinz Kasai.

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