Im Wahlkampf deutete Hofer an, dass er das Amt des Bundespräsidenten für mehr als nur Winken, Händeschütteln und Sonntagsansprachen nutzen wolle: "Sie werden sich wundern, was alles gehen wird."

Das Amt hat in Österreich eine größere Machtfülle als in Deutschland. So kann der Präsident den Bundeskanzler ernennen und entlassen, ohne das Parlament einzubeziehen. Traditionell hält er sich aber im Hintergrund.

Mitte November versuchte Hofer in einem ORF-Interview zu beruhigen: "Ich werde nicht bei jeder Gelegenheit die Regierung entlassen." Allenfalls werde er die Regierung auffordern, den Weg für Neuwahlen freizumachen. Im Zusammenhang mit angeblichem Fehlverhalten der Regierung in der Flüchtlingskrise und wegen ausbleibender Reformen hatte Hofer im Frühjahr in Aussicht gestellt, die Regierung zu entlassen, sollte er Bundespräsident werden.

Bild: REUTERS 4. Dezember 2016, 11:072016-12-04 11:07:03 © SZ.de/tfn/dpa/sjan/vit