2011 ist Kramp-Karrenbauer, inzwischen auch Mitglied im Präsidium der Bundes-CDU, im Saarland die beliebteste Politikerin. Selbst der Vorwurf der SPD, bei einigen Projekten des Landes die Öffentlichkeit getäuscht zu haben, hat ihrem Ruf nicht geschadet. Ministerpräsident Müller schlägt sie als seine Nachfolgerin für den Parteivorsitz und auch als Landeschefin vor. Fast einstimmig wird sie von den Delegierten der Saar-CDU zur Vorsitzenden gewählt. Die Wahl zur Ministerpräsidentin geht nicht ganz so reibungslos über die Bühne. Heiko Maas tritt gegen sie an und erst im zweiten Wahlgang siegt Kramp-Karrenbauer gegen den SPD-Landesvorsitzenden.

Angesichts von Querelen beim Bündnispartner FDP beschließt Kramp-Karrenbauer 2012 (Bild), die Koalition zu kündigen. Die Entscheidung hält selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel für gewagt. Doch bei den Neuwahlen gewinnt die CDU und Kramp-Karrenbauer regiert das Saarland weiter - diesmal allerdings mit einer schwarz-roten Koalition. Im selben Jahr unterstützt sie im Bundesrat einen Gesetzentwurf zu einer Frauenquote für Unternehmen, den die von den Sozialdemokraten regierten Länder einbringen. Das bringt der auch zur stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Frauen-Union aufgerückten Kramp-Karrenbauer viel Sympathie unter den weiblichen CDU-Mitgliedern. Auch für den Mindestlohn - ebenfalls ein Herzensanliegen der sozialdemokratischen Konkurrenz - tritt sie ein.

Bild: dpa 7. Dezember 2018, 17:012018-12-07 17:01:02 © SZ.de