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Wähler-Umfrage:SPD erreicht besten Wert seit sechs Jahren

Aufwind für die Sozialdemokraten: Trotz der Debatte um die Nebeneinkünfte von Kanzlerkandidat Steinbrück erreicht die SPD bei einer Umfrage zum ersten Mal seit sechs Jahren wieder 30 Prozent. Potenzial scheint vor allem bei den Nichtwählern zu liegen.

Umfrage Bundestagswahl Peer Steinbrück SPD

In der Kanzlerfrage steigert sich Steinbrück um einen Prozentpunkt auf 35 Prozent. Damit hat der SPD-Politiker den Abstand auf Angela Merkel seit seiner Nominierung halbiert.

(Foto: dpa)

Harsch war die Kritik, der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück in den vergangenen Tagen wegen seiner Nebeneinkünfte ausgesetzt war. Den Wählern scheint diese Debatte jedoch egal zu sein. Zum ersten Mal seit dem November 2006 konnten die Sozialdemokraten bei einer Forsa-Umfrage für den Stern und RTL 30 Prozentpunkte erreichen. Seit der Nominierung Steinbrücks am 1. Oktober konnte die SPD einen Prozentpunkt zulegen. Auch die Beliebtheitswerte des Kanzlerkandidaten haben sich deutlich verbessert.

In der Kanzlerfrage steigert sich Steinbrück um einen Prozentpunkt auf 35 Prozent, Amtsinhaberin Angela Merkel verharrt bei 46 Prozent. Damit hat der SPD-Politiker den Abstand seit seiner Nominierung fast halbiert. Allerdings liegt die Kanzlerin in allen Bevölkerungsgruppen vorne. Besonders groß ist Merkels Vorsprung bei den 18- bis 29-jährigen Frauen.

Forsa-Chef Manfred Güllner sagte dem Stern zu den Ergebnissen: "Steinbrück bündelt die Kräfte. Und er mobilisiert Nichtwähler. Ihr Anteil ist von 32 auf 28 Prozent gesunken." Dem Kandidaten habe die Debatte um seine Nebeneinkünfte als Redner bisher nicht geschadet: "Doch wenn er die Honorare im Detail offenlegen muss und die gezahlten Summen exorbitant hoch sind, könnte die Stimmung umschlagen." In der Sonntagsfrage legte neben der SPD auch die CDU um einen Prozentpunkt zu.

Die Christdemokraten erreichen 36 Prozent, nachdem sie am Tag der Steinbrück-Nominierung auf 35 Prozent kamen. Durch die Zuspitzung des Wahlkampfs auf die Kandidaten der beiden größten Parteien, scheinen die kleineren Parteien zu verlieren: Die Linke verliert einen Punkt und erreicht nur noch sieben Prozent, die Piraten kommen auf sechs Prozent. Unverändert bleiben die Ergebnisse für Grüne (zwölf Prozent) und FDP (vier Prozent).

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