Von IS bedrohte syrische Grenzstadt:Erste Peschmerga-Kämpfer treffen in Kobanê ein

  • Die ersten Hilfstruppen für Kobanê sind auf syrischem Boden: Dutzende Angehörige der Freien Syrischen Armee waren bereits in Kobanê eingetroffen, ihnen folgen nun die ersten zehn kurdischen Peschmerga-Kämpfer.
  • Insgesamt 150 Peschmerga aus dem Nordirak sind unterwegs nach Kobanê. Die kurdischen Kämpfer sollen die belagerte nordsyrische Grenzstadt im Laufe der kommenden Stunden erreichen.
  • Kobanê wird seit Wochen von der Terrormiliz "Islamischer Staat" angegriffen und belagert.

Etwa 150 Peschmerga-Kämpfer wollen Kobanê unterstützen

Die ersten Peschmerga aus dem Nordirak sind zur Verstärkung gegen die Milizen des "Islamischen Staats" in der nordsyrischen Stadt Kobanê eingetroffen. Zehn Kämpfer kamen am späten Donnerstagvormittag in der umkämpften Enklave an, teilte die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Etwa 80 Peschmerga waren Tags zuvor mit dem Flugzeug in der Türkei angekommen. Der Rest der Peschmerga-Einheit werde in den kommenden Stunden erwartet. Der aus etwa 40 Fahrzeugen bestehende Konvoi mit Peschmergakämpfern, Maschinengewehren, schwerer Artillerie und Raketenwerfern ist vom nordirakischen Erbil aus in Richtung Kobanê unterwegs. Die türkische Regierung hatte den Einheiten die Passage nach Nordsyrien ermöglicht.

Die kurdische Regionalregierung im Irak hatte erklärt, die insgesamt knapp 150 Peschmerga sollten in Kobanê nicht an vorderster Front kämpfen, sondern vor allem Artillerie-Unterstützung leisten. Die Kämpfer des "Islamischen Staates" hatten die Stadt mit Panzern und gepanzerten Fahrzeugen angegriffen und vom Osten, Süden und Westen her eingekesselt. Nur noch eine Nordpassage in Richtung türkischer Grenze ist frei. Die IS-Kämpfer drohten mit einem Massaker an den Kurden in Kobanê, wenn sie die Stadt einnähmen.

Auch die Freie Syrische Armee unterstützt Kobanê

Den Peschmerga-Kämpfern vorausgegangen waren Mitglieder der gemäßigten Freien Syrischen Armee (FSA), die im syrischen Bürgerkrieg sowohl gegen den IS als auch gegen das Regime kämpft. Etwa 150 FSA-Mitglieder hätten in der Nacht zum Mittwoch bei Mürsitpinar die Grenze zu Syrien passiert, sagte ein türkischer Behördenvertreter. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von lediglich 50 FSA-Angehörigen. Laut der prokurdischen Nachrichtenagentur Firat überquerten die Kämpfer die Grenze bei Mürsitpinar in acht Fahrzeugen.

USA fliegen weitere Luftangriffe gegen IS-Milizen

Die Verteidiger der belagerten syrischen Kurdenstadt Kobanê bekommen nicht nur am Boden Verstärkung, sondern werden auch weiterhin aus der Luft militärisch unterstützt. US-Kampfflugzeuge flogen in den vergangenen Tagen acht weitere Luftangriffe auf Dschihadistenkämpfer nahe der Grenzstadt, teilte das Truppenkommando mit. Dabei seien sechs Fahrzeuge, mehrere Kampfstellungen und ein Gebäude der Miliz "Islamischer Staat" attackiert worden. Im Irak bombardierten Kampfjets und Drohnen demnach sechs weitere Ziele im nördlich gelegenen Sindschar sowie in Falludscha westlich von Bagdad.

Kobanê: Vom IS belagerte Grenzstadt

Das überwiegend von Kurden bewohnte Kobanê (Ain al-Arab) liegt direkt an der türkisch-syrischen Grenze. Die Terrormiliz IS versucht seit Wochen, die Stadt einzunehmen. Die Extremisten kontrollieren bereits Hunderte Dörfer im Umland von Kobanê. Zuletzt versuchten sie mehrmals, die Verbindung zwischen der Stadt und der Türkei abzuschneiden. Dann könnten weder die Kämpfer aus dem Nordirak noch sonstiger Nachschub die Stadt erreichen.

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