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Verhandlungen über weitere Euro-Hilfen:Varoufakis "fast sicher" über Zustimmung für Reformliste

  • Athen will die vereinbarte Liste mit Reformvorschlägen heute fertigstellen - und morgen früh versenden.
  • Griechenland rechnet nach den Worten von Finanzminister Yanis Varoufakis mit Zustimmung für die Vorschläge.
  • Einem Regierungsvertreter zufolge sollen in der Liste jedoch keine konkreten Zahlen enthalten sein.

Tsipras kündigt schnelle Fertigstellung von Reformliste an

Die Liste Athens mit den von den Geldgebern geforderten Reformen wird allen Anzeichen nach bereits an diesem Sonntag fertiggestellt. An die EU, die Europäische Zentralbank und den Internationalen Währungsfonds soll sie aber erst am Montag geschickt werden. "Die Liste wird Montagfrüh abgeschickt", sagte Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras Reportern in Athen.

Zuvor hatten mehrere Medien gemeldet, Griechenland wolle die Liste den Geldgebern bereits am Sonntag vorlegen - das wäre einen Tag vor der gesetzten Frist gewesen.

Die Euro-Gruppe hatte sich am Freitagabend mit dem griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis auf die Verlängerung des aktuellen Hilfsprogramms um vier Monate bis Ende Juni geeinigt. Als Gegenleistung für die Auszahlung weiterer Milliarden muss sich Griechenland im Grundsatz an zugesagte Auflagen halten, wobei es aber auch Flexibilität geben soll.

Eine erste Liste konkreter Reformschritte muss die griechische Regierung bis Montagabend vorlegen. Diese soll von der EU-Kommission, dem Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank geprüft werden, ehe die Euro-Finanzminister ihre Zustimmung erteilten (hier mehr zum weiteren Zeitplan).

Griechenland hofft auf Zustimmung für Liste

"Ich bin zuversichtlich, dass die Liste der Reformen genehmigt wird", sagte Yanis Varoufakis. Ihm zufolge werden Griechenland und die Gläubiger die Reformliste bereits am Montag per Telefonkonferenz besprechen. Er sei sich "fast sicher", dass seine Kollegen in der Euro-Zone die Liste in der Konferenz annehmen würden und ein Treffen der Eurogruppe in Brüssel nicht nötig werde, sagte der Finanzminister weiter.

Welche Vorschläge Athen unterbreiten wird

Die von den Geldgebern angeforderte griechische Reformliste wird allen Anzeichen nach nicht lang und nicht zu detailliert sein. Die Liste sei fast fertig und sie beinhalte hauptsächlich eine Reihe von Maßnahmen zur Bekämpfung der Korruption und der Steuerhinterziehung, sagte ein Regierungsvertreter. Konkrete Zahlen oder Ziele seien aber nicht vorgesehen. Vizeregierungschef Giannis Dragasakis hatte am Samstag Reportern gesagt: "Es wird etwas Einfaches sein."

© Süddeutsche.de/Reuters/gal/gal

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