Machtkampf Venezuela schließt Grenze zu niederländischen ABC-Inseln

Nicolás Maduro will die Macht in Venezuela nicht abgeben - und deswegen auch keine Hilfslieferungen seiner Gegner zulassen.

(Foto: REUTERS)
  • Von Curaçao aus wollten die USA und verbündete Staaten Hilfslieferungen nach Venezuela schicken.
  • Staatschef Maduro will das keinesfalls zulassen, da er die Lieferungen für einen Vorwand hält, um die Machtübernahme seines Herausforderers Guaidó vorzubereiten.
  • Wegen der heftigen Wirtschaftskrise leiden Millionen Menschen in Venezuela Hunger, zudem fehlen Medikamente.

Inmitten des Kampfs um die Macht in Venezuela hat die Führung in Caracas nun auch die Grenze zu Curaçao, Aruba und Bonaire geschlossen. Zwischen Venezuela und den Inseln, die vor der Nordküste des Landes liegen, dürfen keine Schiffe oder Flugzeuge mehr verkehren. Das berichtet unter anderem die Zeitung El Universal.

Hintergrund ist der Machtkampf zwischen dem umstrittenen Machthaber Nicolás Maduro und dessen Herausforderer Juan Guaidó, den inzwischen mehr als 40 Länder anerkannt haben, unter anderem Deutschland und die USA. Guaidó hatte angekündigt, mit der Unterstützung der Regierung in Washington und weiterer Staaten Lebensmittel und Medikamente nach Venezuela zu bringen. Ob der gigantischen Versorgungskrise in dem Land leiden Millionen Menschen Hunger, Guaidó zufolge sind zudem etwa 300 000 Menschen akut vom Tod bedroht.

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Die nächste große Konfrontation könnte am Samstag bevorstehen

Maduro hingegen bezeichnet die Hilfslieferungen als Vorwand, der dazu diene, eine Invasion vorzubereiten. Er ließ deshalb auch schon eine Blockade an der Grenze zu Kolumbien errichten, kurz bevor dort Hilfslieferungen eingetroffen waren. Nach der dortigen Blockade hatte die Niederlande, die ebenfalls Guaidó unterstützt, angekündigt, ein Zentrum für Hilfslieferungen auf Curaçao einzurichten. Die ABC-Inseln gehören zum Königreich der Niederlande.

Die neuerliche Blockade zeigt, dass Maduro weiterhin entschlossen scheint, keine Hilfslieferungen zuzulassen. Die nächste große Konfrontation zwischen dem Autokraten und seinem Herausforderer Guaidó könnte am kommenden Samstag anstehen. Am 23. Februar läuft ein Ultimatum ab, das Guaidó Maduro gesetzt hat. Dann würden die Hilfslieferungen ins Land gebracht, zur Not auch gegen den Willen Maduros.

Beobachter befürchten, dass es dann zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen der regimetreuen Armee und den Unterstützern Guaidós kommen könnte. Bei den Protesten gegen Maduro sind bereits mehrere hundert Menschen getötet worden.

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