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USA:Die Erwartungshaltung spielt Trump in die Hände

Die Demokraten scheinen das Land nach links verschieben zu wollen

Kandidaten wie Bernie Sanders und Elizabeth Warren bilden die Speerspitze einer linken Bewegung innerhalb der Demokraten. Ihnen reicht es nicht, Trump abzulösen. Sie wollen einen radikalen Umbau der Gesellschaft. Etwa: eine Krankenversicherung für alle. Oder kostenlose Bildung bis zur Universität. Das klingt für viele Demokraten und Wechselwähler der Mitte vielleicht doch etwas zu radikal. Wenn Trump davor warnt, dass die Demokraten aus den USA ein sozialistisches Land machen wollen, dann übertreibt er. Aber der Punkt verfängt.

Trump mag seltsam sein und peinlich. Aber noch schlimmer als das wäre für viele Amerikaner offenbar Sozialismus. Im Moment ist Obamas Vizepräsident Joe Biden der einzige ernstzunehmende Bewerber der Demokraten, der den Linksschwenk nicht mitgehen will. Aber solange die Richtung der Opposition nicht klar ist, ist das ein Vorteil für Trump.

Politik USA Diese Demokraten wollen Trump besiegen
US-Wahl 2020

Diese Demokraten wollen Trump besiegen

Das Feld der demokratischen Bewerber schrumpft langsam aber sicher. In den Umfragen führen drei Bewerber deutlich.   Von Thorsten Denkler, New York

Trumps Wahlkampfmaschine läuft schon jetzt auf Hochtouren

Während die Demokraten noch auf der Suche nach einem geeigneten Gegner sind, ist unter Republikanern alles auf Trump ausgerichtet. Seine Wahlkampfkasse ist gut gefüllt. Im vergangenen Quartal haben seine Kampagne und die Partei zusammen mehr als 100 Millionen Dollar an Spenden eingenommen - ein neuer Rekord. Das Geld wird schon jetzt fleißig ausgegeben. Aus Trumps Wahlkampagne werden Unsummen in sozialen Medien wie Facebook und Twitter investiert, um die Menschen im Land zu erreichen.

Außerdem wächst tagtäglich die Datenbank mit Direktkontakten zu Millionen US-Bürgern. Ziel der Trump-Kampagne ist es, jeden potenziellen Trump-Wähler per SMS, E-Mail oder über soziale Medien direkt ansprechen zu können. Daran wird in Trumps Kampagne seit der Amtseinführung gearbeitet. Die Bewerber der Demokraten bauen erst langsam ihre Kampagnen auf. Erst wenn der Kandidat oder die Kandidatin feststeht, kann der Wahlkampf für die Demokraten richtig losgehen. Bis dahin ist ihnen Trump bei Ressourcen und deren Einsatzfähigkeit aber schon um Meilen voraus.

Die Erwartungshaltung spielt Trump in die Hände

Als Trump Mitte 2015 seine Kandidatur bekanntgab, da haben das viele noch für einen schlechten Scherz gehalten. Und selbst am Wahlabend wurden ihm nur geringe Chancen ausgerechnet. Jetzt, ein gutes Jahr vor der nächsten Präsidentschaftswahl, ist das Bild ein völlig anderes. Wenn einer gewinnen kann, dann ist es Trump. Das glauben 54 Prozent der Befragten in einer Umfrage für den Sender CNN.

Ein demokratischer Kandidat muss also nicht nur gegen Trump antreten. Er muss auch gegen diese Erwartungshaltung in den Wahlkampf ziehen. Doppelter Gegenwind. Die 54 Prozent sind zudem ein vergleichsweise hoher Wert. Als im Mai 2011 die Frage gestellt wurde, ob Präsident Obama 2012 wiedergewählt werden würde, da waren davon nur 50 Prozent der Befragten überzeugt. Obama hat am Ende dennoch gewonnen.

Selbst eingefleischte Trump-Gegner glauben immer seltener an einen Sieg der Demokraten. Im Dezember 2018 glaubten noch 51 Prozent aller Befragten, Trump würde verlieren. Vor allem unter jenen, die nicht mit Trump einverstanden sind, ist seitdem die Überzeugung gewachsen, dass der Präsident es 2020 dennoch schaffen kann, für eine zweite Amtszeit im Weißen Haus zu bleiben. Im Dezember hielten 81 Prozent der Trump-Gegner das noch für ausgeschlossen. Jetzt sind es nur noch 67 Prozent. Wenn es so weitergeht, muss sich Trump um seine Wiederwahl wenig Sorgen machen.

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