USA Biden bewirbt sich offiziell um Präsidentschaftskandidatur

Der frühere US-Vizepräsident Joe Biden in seiner Videobotschaft

(Foto: REUTERS)
  • Der ehemalige US-Vizepräsident Joe Biden bewirbt sich um die Präsidentschaftskandidatur 2020.
  • Das hat der 76-jährige Demokrat in einer sehr grundsätzlichen Videobotschaft angekündigt.

Der ehemalige US-Vizepräsident Joe Biden steigt ins Rennen um die nächste Präsidentschaft ein. Der 76-Jährige hat am Donnerstag per Videobotschaft bekanntgegeben, dass er sich um die Präsidentschaftskandidatur für 2020 bewirbt. Der Schritt kommt nicht überraschend, um den Zeitpunkt der Bekanntmachung hatte es Spekulationen gegeben.

In dem Video, das Biden auf Twitter postete, beruft er sich auf die amerikanische Verfassung und grundsätzliche Werte wie Freiheit und Frieden. Er spielt außerdem Szenen von den Aufmärschen Rechtsextremer in Charlottesville 2017 ein und veurteilt mit deutlichen Worten, dass sich US-Präsident Donald Trump damals nicht davon abgrenzte. Biden wiederholte seine Formulierung von damals, es finde ein "Kampf um die Seele dieser Nation" statt.

Biden war fast 40 Jahre lang Senator. Von 2009 bis 2017 war er der Stellvertreter des damaligen Präsidenten Barack Obama. Wegen seiner Bekanntheit und politischen Erfahrung wird Biden als einer der aussichtsreichen Anwärter seiner Partei gehandelt.

Dass er kein frisches Gesicht ist, könnte sich aber auch als Schwachpunkt herausstellen - ebenso wie sein hohes Alter und seine politisch eher moderate Einstellung, die nach Ansicht einiger Kritiker nicht mehr zu einer Partei passt, die deutlich nach links gerückt ist.

Es gibt bereits 19 Bewerber, die für die Demokraten gegen den republikanischen Präsidenten Donald Trump antreten wollen. In einigen Wochen findet die erste Kandidatendebatte statt. Im Januar 2020 beginnen dann die parteiinternen Vorwahlen. In diesen Primaries bestimmen die demokratischen Parteianhänger ihren Präsidentschaftskandidaten.

Die größte Gewerkschaft von Feuerwehrleuten in den USA hat sich darauf vorbereitet, Biden diese Woche ihre Unterstützung auszusprechen. Die IAFF, die 316 000 hauptberufliche Feuerwehrleute unterstützt, werde Biden beim Spendensammeln helfen, sagte ihr Präsident Harold A. Schaitberger. Biden sei besser für einen Wahlsieg im Mittleren Westen positioniert, wo Trump 2016 erfolgreich war als andere demokratische Bewerber aus der Vorrunde, sagte Schaitberger.

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