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USA:Die Bombe als Warnung?

Wieviele Opfer gibt es?

Dem afghanischen Verteidigungsministerium zufolge sollen 36 IS-Kämpfer getötet worden sein. Angeblich sollen keine Zivilisten unter den Opfern sein. Die Bombe gilt auch deshalb als äußerst gefährlich, weil durch die Explosion sämtlicher Sauerstoff in der Umgebung verbraucht wird. Für Menschen ist ein Überleben im Abwurfgebiet deshalb ausgeschlossen. Die Region ist abgelegen und spärlich besiedelt, allerdings leben in der Region immerhin 95 000 Menschen.

Was soll mit dem Abwurf der Bombe bezweckt werden?

Der Einsatz soll laut General John Nicholson, der den Angriff wohl befehligte, die Terroristen des IS schwächen und die "Gefahr für amerikanische und afghanische Soldaten in der Region minimieren". Die Rebellen setzen laut Nicholson an ihren Verteidigungslinien improvisierte Sprengkörper ein und bauen Tunnel und Bunker. "Dies ist die richtige Munition, um diese Hindernisse aus dem Weg zu räumen und das Momentum unserer Offensive gegen den IS zu erhalten", so Nicholson in einer Stellungnahme.

Sollte die Bombe eine Warnung für Nordkorea und den Iran sein?

Hierzu gibt es unterschiedliche Ansichten. "Den Taliban zeigt das, dass ein neuer Sheriff in der Stadt ist", sagte ein anonymer Geheimdienstmitarbeiter zu Wired. Auf den IS, Nordkorea und den Iran habe der Einsatz der MOAB vermutlich die gleiche Wirkung. Die nun entstandene mediale Aufmerksamkeit tut ihr Übriges.

Andere Experten jedoch glauben, dass der Bombenabwurf schlicht eine militärische, keine politische Entscheidung gewesen sei. "Es gibt so wenig Vertrauen in die Trump-Regierung, eine grundsätzliche taktische Entscheidung zu fällen, dass alle annehmen, irgendetwas Verrücktes und Unheimliches gehe vor sich", zitiert die US-Nachrichtenseite Vox den Air-Force-Experten Rob Farley, einen Professor der Universität von Kentucky. Es gebe bislang aber keinen Anlass zu glauben, dass der Einsatz etwas Außergewöhnliches war - bis auf die Größe der Bombe.

Trump selbst sagte zu Reportern: "Ich weiß nicht, ob das irgendeine Botschaft sendet, es macht auch keinen Unterschied, ob oder ob nicht. Nordkorea ist ein Problem, dem wir uns annehmen werden."

Ist die MOAB so gefährlich wie die Hiroshima-Bombe?

Nein. Die MOAB hat eine Sprengkraft von elf Tonnen. Die Hiroshima-Bombe hatte dagegen laut der "Arms Control Associaton" eine Sprengkraft von 15 Kilotonnen. Allerdings weisen Rüstungsexperten darauf hin, dass ein voll beladener Kampfjet Dutzende von Bomben zwischen 750 Kilo und einer Tonne abwerfen und damit unter dem Strich eine ähnliche Vernichtung wie eine einzige MOAB anrichten kann.

© SZ.de/dayk/sekr

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