Konflikt mit Iran USA schicken 1000 weitere Soldaten in Nahen Osten

Dieses am 17. Juni 2019 vom US-Verteidigungsministerium zur Verfügung gestellte Foto wurde von einem Hubschrauber der US-Marine aufgenommen und zeigt nach Angaben der Marine angeblich, wie Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden eine nicht explodierte Haft-Mine von der Bordwand des Tankers Kokuka Courageous entfernen.

(Foto: dpa)
  • Das US-Verteidigungsministerium kündigt an, 1000 zusätzliche Streitkräfte im Nahen Osten zu stationieren, zu "Verteidigungszwecken".
  • Die USA machen Iran für Angriffe auf Öltanker im Golf von Oman verantwortlich. Teheran weist das zurück.
  • Iran kündigt zudem an, sich nicht mehr an zentrale Teile des Atomabkommens halten zu wollen.

Die USA wollen wegen der Spannungen mit Iran 1000 weitere Soldaten in den Nahen Osten schicken. Grund sei das "feindselige Verhalten" der iranischen Kräfte, teilte das US-Verteidigungsministerium am Montag mit. Die Soldaten würden zu "Verteidigungszwecken" in die Region entsandt, sagte Verteidigungsminister Patrick Shanahan in Washington.

Wo genau die Streitkräfte stationiert werden oder was ihre Aufgaben sein soll, teilte er nicht mit. Shanahan betonte zugleich: "Die Vereinigten Staaten streben keinen Konflikt mit Iran an."

Politik USA Tanker-Besatzung sah "fliegendes Objekt" vor Angriff
Persischer Golf

Tanker-Besatzung sah "fliegendes Objekt" vor Angriff

Die USA geben Iran die Schuld an den Attacken im Golf von Oman und präsentieren ein Video. Teheran weist die Vorwürfe als "haltlose Behauptung" zurück. Die Crew eines der beiden Schiffe ist wieder an Bord.

Teheran hatte zuvor angekündigt, sich nicht mehr an zentrale Auflagen aus dem 2015 geschlossenen Atomabkommen halten zu wollen. Das Land werde Uran künftig wieder so hoch anreichern, wie es der Bedarf erfordere, und zwar bis zu 20 Prozent, sagte ein Sprecher der iranischen Atomenergiebehörde am Montag. Zudem werde man binnen zehn Tagen den vereinbarten Grenzwert für Uranvorräte überschreiten.

US-Präsident Donald Trump war bereits vor mehr als einem Jahr einseitig aus dem Atomabkommen ausgestiegen; die USA mahnten Teheran jedoch zu dessen Einhaltung. Die Ankündigung Irans nannte eine Sprecherin des Außenministeriums "Erpressung".

Die Spannungen zwischen den USA und Iran nehmen seit Monaten zu. Bereits Ende Mai hatten die USA ihre Truppen im Nahen Osten wegen der "anhaltenden Bedrohung" durch iranische Kräfte um 1500 Soldaten verstärkt. Zudem verlegten sie Anfang Mai einen Flugzeugträger und Bomber in die Nahost-Region.

Washington macht Teheran für die Angriffe auf zwei Öltanker im Golf von Oman am vergangenen Donnerstag verantwortlich. Die dortige Regierung weist die Anschuldigungen kategorisch zurück. In der Mitteilung Shanahans hieß es, die jüngsten Angriffe bestätigten Geheimdienstinformationen über das feindselige Verhalten durch die iranischen Streitkräfte und ihre verbündeten Gruppen.

Das US-Verteidigungsministerium veröffentlichte neue Fotos zu den Angriffen, die die Vorwürfe gegen die iranischen Revolutionsgarden belegen sollen. Die Bilder zeigen nach Pentagon-Angaben unter anderem das Loch, das eine Haftmine oberhalb der Wasserlinie in den Rumpf der Kokuka Courageous gerissen haben soll. Bereits am Tag des Angriffs auf zwei Öltanker hatte die US-Regierung Iran dafür verantwortlich gemacht. In der EU zeichnet sich keine geschlossene Unterstützung für die US-Vorwürfe ab.

Ein weiteres der insgesamt elf neuen Fotos vom Montag zeigt nach US-Darstellung Rückstände einer weiteren, nicht explodierten Haftmine, die nach dem Angriff von Soldaten der Revolutionsgarden entfernt worden sein soll, um Beweise zu vernichten. Auf einem von einem US-Hubschrauber aus aufgenommenen Foto soll das Schnellboot mit den iranischen Soldaten zu sehen sein, die die Mine entfernten.

Politik Iran Maas fordert Iran auf, Atomabkommen weiter einzuhalten

Uran-Anreicherung

Maas fordert Iran auf, Atomabkommen weiter einzuhalten

Teheran hatte zuvor eine stärkere Anreicherung von Uran angekündigt. Dadurch könnte Iran wieder in Reichweite einer Atombombe kommen.   Von Matthias Kolb