Hope Hicks Aufregung um Trumps treueste Mitarbeiterin

Derzeit im Scheinwerferlicht: Trumps Kommunikationsdirektorin Hope Hicks.

(Foto: dpa)
  • Kommunikationsdirektorin Hicks ist die stillste Mitarbeiterin im Weißen Haus und eine enge Trump-Vertraute.
  • Nun gerät sie in den Blickpunkt - wegen ihrer Liebesbeziehung zum zurückgetretenen Rob Porter. Porter wird von zwei Ex-Ehefrauen häusliche Gewalt vorgeworfen.
Von Beate Wild, Austin

In einem Weißen Haus voller lärmender Selbstdarsteller ist Hope Hicks die Ausnahme: Als still, sogar schüchtern beschreiben Kollegen Donald Trumps Kommunikationsdirektorin. Die 29-Jährige gilt als fleißig und diskret. Sie bleibt lieber im Hintergrund, als sich lautstark in Szene zu setzen.

Umso erstaunlicher, dass ausgerechnet Hicks nun ins Zentrum der jüngsten Kontroverse rückt - und zwar wegen ihres Liebeslebens: Wie erst kürzlich bekannt wurde, ist sie mit Rob Porter liiert, dem 40-jährigen Regierungsmitarbeiter, der vergangenen Mittwoch wegen Vorwürfen häuslicher Gewalt zurücktreten musste. Gleich beide Ex-Ehefrauen hatten Porter in der Daily Mail vorgeworfen, er habe sie psychisch und physisch misshandelt.

Hicks hatte aber als Kommunikationsdirektorin maßgeblich an der Presseerklärung mitgearbeitet, in der Porter nach den Anschuldigungen zunächst verteidigt wurde. Sie gewann auch Stabschef John Kelly dafür, sich mit den Worten zitieren zu lassen, Porter sei "ein Mann von wahrer Integrität". Hicks hatte Kelly offenbar nicht die ganze Wahrheit über Porter und ihre Beziehung zu ihm erzählt. Kelly soll aber auch schon seit Längerem gewusst haben, dass Porter die bei ranghohen Mitarbeitern übliche Sicherheitsüberprüfung durch das FBI nicht bestanden hatte.

Erst als das Online-Magazin The Intercept Fotos von Porters erster Ehefrau Colbie Holderness mit blauem Auge veröffentlichte, wurde es anscheinend eng für den Harvard-Absolventen. Am Mittwoch musste er zurücktreten.

In einem Meinungsbeitrag in der Washington Post beschreibt Holderness am Montag nun sogar Details ihrer Beziehung zu Porter. "Rob streitet den Missbrauch ab, aber Willoughby (Jennie Willoughby ist Porters zweite Ehefrau; Anm. d. Red.) und ich wissen, was passiert ist", schreibt sie.

Hicks hatte bereits eine Beziehung zu Wahlkampfmanager Lewandowski

Nun steht Kelly wegen seiner langen Porter-Duldung in der Kritik und hat sogar seinen Rücktritt angeboten. Hope Hicks dagegen hat nichts zu befürchten, sie steht dem US-Präsidenten so nahe, dass sie beinahe schon als Familienmitglied gilt - die Voraussetzung für Unantastbarkeit im Trump'schen Kosmos. "Hope ist absolut fantastisch", ließ der US-Präsident in einer Stellungnahme mitteilen. Sie sei clever, sehr talentiert und von allen respektiert.

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In Wahrheit schätzt Trump wohl vor allem Hicks' aufopfernde Loyalität: Das ehemalige Model hat länger für ihn gearbeitet als alle anderen Mitarbeiter des Weißen Hauses, die nicht mit ihm verwandt sind. Nach ihrem Universitätsabschluss war Hicks zunächst bei einer PR-Firma beschäftigt, die für Trumps Firma tätig war. Die Familie warb die talentierte junge Frau ab, um sie für Ivankas Modelabel anzustellen.