US-Wahl:Einflüsterer leben gefährlich

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Sessions sah sich in der Vergangenheit mehrmals mit Rassismus-Vorwürfen konfrontiert. Ein afroamerikanischer Anwalt namens Thomas Figures sagte, Sessions habe ihn mehrmals "boy" genannt. Über die Mitglieder des Ku-Klux-Klans soll er gesagt haben: "Ich fand sie ganz okay, bis ich erfuhr, dass sie Marihuana rauchen." Sessions hat sich später für diese Äußerungen entschuldigt, mit dem Hinweis, er habe manchmal "eine lose Zunge". Ein Übel, das ihn mit seinem neuen Chef, Donald Trump, verbindet. Vor allem aber ist Sessions bekannt für seine harte Haltung in Zuwanderungsfragen, einem Pfeiler von Trumps Wahlkampf. Trump sagt es so: "Es gibt keinen besseren Experten in Flüchtlingsfragen als Jeff. Er weiß einfach alles."

Sessions, 69, gleicher Jahrgang wie Donald Trump, ist ein Babyboomer auf der Höhe seiner Macht; 2013 galt er noch als "einsamer Wolf", wie ihn das Time Magazine nannte, weil seine Forderung, die illegalen Immigranten aus dem Land zu schaffen, sogar Männern wie Ted Cruz zu radikal waren. Heute, nur drei Jahre später, werden seine Ansichten zur Hauptsendezeit in den Fernsehnachrichten verhandelt. So schnell rutscht man vom extremen Rand in die Mitte.

"Lass Trump Trump sein" lautet das Credo

Stephen Miller, ein Sprecher von Sessions, der nun ebenfalls für Trump arbeitet, sprach von mehreren Schritten, die nötig seien, um die illegale Einwanderung zu stoppen. Darauf warteten die Amerikaner schon seit dreißig Jahren: "Trump wird es tun." Ein Land ohne Grenzen sei kein Land, sagt Miller, was bedeute, dass man die Grenzen besser bewachen, Ressourcen aufstocken und eine Mauer bauen müsse. Das Geburtenrecht gehöre abgeschafft, "dafür wird die Polizei mit mehr Befugnissen ausgestattet". Um zu verhindern, dass Flüchtling aus kriegsversehrten Ländern in die USA kommen, brauche es außerdem "Sicherheitszonen in Syrien und anderen Gebieten". Die Forderung, Muslimen die vorläufige Einreise zu verbieten, bleibe bestehen.

Wenn Senator Jeff Sessions Trumps Außenminister ist, dann ist Corey Lewandowski so etwas wie sein Stabschef. Man sieht ihn zwischen den Zuschauern der Fernsehdebatten, wo er Trump berät; oft steht er in Pressekonferenzen hinter der Bühne, falls sein Chef ihn braucht. Der 41-Jährige ist aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen, nach eigenen Angaben arbeitet er 20 Stunden am Tag, seinen Sohn hat er auf den Namen Reagan getauft.

Lewandowski ist Trumps Kampagnenmanager. Er sei sein "Vertrauensmann", schrieb das Wall Street Journal, loyal bis zur Schmerzgrenze, der "Architekt" von Trumps Bewegung. Anders als David Axelrod, der Barack Obamas Wahlkampf 2008 lenkte, oder Karl Rove, der Mann, der als "das Gehirn George W. Bushs" bezeichnet wird, sei Lewandowski kein "großer Stratege". Lewandowskis Credo lautet: "Lass Trump Trump sein", ein Satz, der auf einer Tafel in seinem Büro steht. "Wenn du ein Pferd hast wie Trump, dann lass es rennen." Er selbst sehe seine Aufgabe darin, alle Hürden aus dem Weg zu räumen, sagt Lewandowski.

Mit diesen beiden Beratern will es Trump bis ins Weiße Haus schaffen. Der eine soll sein außen- und sicherheitspolitisches Profil schärfen und ihn mit Argumenten füttern, der andere soll ihm den Rücken stärken. Doch Einflüsterer an der Seite eines Narzissten, wie Trump einer ist, leben gefährlich. Sollte Trump gewinnen, wird er sie wahrscheinlich mit wichtigen Ämtern belohnen. Sollte er verlieren, wird er über sie herfallen.

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