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US-Präsident:Trump wird den Russland-Skandal nicht los

Anhörung Senatsausschuss

Die frühere amtierende US-Justizministerin Sally Yates vor dem Senatsausschuss.

(Foto: dpa)
  • In der Affäre um die Russland-Kontakte von Mitarbeitern des US-Präsidenten Trump hat Ex-Justizministerin Yates vor einem Senatsausschuss ausgesagt.
  • Sie habe das Weiße Haus bereits im Januar gewarnt, dass der damalige Nationale Sicherheitsberater Flynn durch Russland erpressbar sein könnte.
  • Trump nennt die Untersuchungen eine "von Steuerzahlern finanzierte Scharade".

Der Skandal rund um die Russland-Verbindungen des Teams von Donald Trump ist zuletzt etwas in den Hintergrund geraten. Nun hat Ex-Justizministerin Sally Yates vor einem Senatsausschuss zu der Causa ausgesagt - und den neuen US-Präsidenten in Erklärungsnot gebracht.

Yates sagte am Montag in einer Anhörung in Washington, sie habe das Weiße Haus am 26. Januar über Kontakte des als Nationalen Sicherheitsberater vorgesehenen Flynn zum russischen Botschafter Sergej Kisljak informiert. Auch der ehemalige Präsident Barack Obama soll Trump persönlich gewarnt haben - Trump wiegelt die Untersuchungen zu mutmaßlichen Russland-Kontakten jedoch ab.

Sie habe gesagt, was die Russen über Flynn wussten und dass er Vizepräsident Mike Pence und andere über seine Russland-Kontakte im Unklaren gelassen habe, so Yates vor dem Ausschuss. "Wir hatten das Gefühl, dass es entscheidend war, diese Information an das Weiße Haus weiterzureichen", sagte sie. "Um das Offensichtliche deutlich zu machen - man möchte nicht, dass der eigene Sicherheitsberater von Russen beeinflusst wird." Flynn war schließlich zum Rücktritt gezwungen worden.

Trump wettert auf Twitter gegen Yates

Yates war damals geschäftsführende Justizministerin in der Übergangsphase von Obama zu Trump. Sie wurde von Trump in den ersten Tagen seiner Amtszeit entlassen. Ihre Aussage wurde mit Spannung erwartet, weil der US-Präsident noch bis kurz vor ihrer Aussage betonte, die Regierung Obamas habe Flynn doch eine höchste Unbedenklichkeitsbestätigung ausgestellt, in dem sie ihn nicht als Sicherheitsrisiko eingestuft habe.

Trump hatte die Vorwürfe wiederholt als "Fake News" bezeichnet, obwohl US-Geheimdienstmitarbeiter sich überzeugt zeigten, dass der russische Präsident Wladimir Putin selbst seine Finger im Spiel hatte.

Nun hat der US-Präsident die Untersuchungen eine "von Steuerzahlern finanzierte Scharade" genannt. Yates habe nichts als "alte Neuigkeiten" gesagt, schrieb Trump auf Twitter. Die Vorwürfe seien "totale Falschmeldungen".

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