Augsburg:Raketenforscher wegen Spionage für Russland angeklagt

Augsburg: Der 29-Jährige arbeitete an der Augsburger Universität, bis er im vergangenen Juni verhaftet worden ist.

Der 29-Jährige arbeitete an der Augsburger Universität, bis er im vergangenen Juni verhaftet worden ist.

(Foto: Stefan Puchner/dpa)

Ein früherer Mitarbeiter der Uni Augsburg soll für 2500 Euro Informationen an den russischen Geheimdienst verkauft haben. Nun muss er vor Gericht.

Ein ehemaliger russischer Mitarbeiter einer Universität in Bayern soll sich wegen Spionageverdachts im Bereich der Raketenforschung vor dem Oberlandesgericht München verantworten. Wie die Bundesanwaltschaft mitteilte, hat sie Anklage wegen mutmaßlicher geheimdienstlicher Agententätigkeit erhoben. Der junge Wissenschaftler soll Informationen an den russischen Geheimdienst weitergegeben haben.

Er arbeitete bis zu seiner Festnahme am 18. Juni 2021 als wissenschaftlicher Mitarbeiter für einen naturwissenschaftlich-technischen Lehrstuhl der Universität. Nach dpa-Informationen handelt es sich um die Universität Augsburg. Diese hatte bei der Festnahme des damals 29-Jährigen bestätigt, dass es sich um einen ihrer Mitarbeiter handele.

Der Anklage zufolge soll der russische Auslandsnachrichtendienst SWR spätestens im Herbst 2019 Kontakt zu dem Mann aufgenommen haben. "Das Aufklärungsinteresse des Nachrichtendienstes lag insbesondere in den verschiedenen Entwicklungsstufen der europäischen Trägerrakete Ariane und der Werkstoffforschung des Angeschuldigten", so die Bundesanwaltschaft. Von Ende November 2019 an habe es regelmäßige persönliche Treffen zwischen dem Angeschuldigten und einem russischen Führungsoffizier gegeben. Der junge Mann habe dabei Informationen zu Forschungsprojekten aus dem Bereich der Luft- und Raumfahrttechnologie weitergegeben, insbesondere von den verschiedenen Entwicklungsstufen der europäischen Trägerrakete Ariane. Dafür habe er insgesamt 2500 Euro erhalten.

Zur SZ-Startseite
Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung ist eine österreichische Sicherheitsbehörde mit nachrichte

SZ PlusExklusivWirecard
:Der Agent, Jan Marsalek und die Nowitschok-Formel

Ein österreichischer Verfassungsschützer soll Dokumente an Russland durchgestochen haben, darunter womöglich Papiere Deutscher Nachrichtendienste. Auch Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek könnte geheime Informationen von ihm bekommen haben.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB