Unabhängigkeitsbewegung Ach, Katalonien!

Anhänger der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung demonstrieren in Barcelona gegen Rajoys angekündigte Maßnahmen.

(Foto: Getty Images)

Weder der spanische Premier noch die katalanischen Separatisten sind an einer Deeskalation interessiert. Der Rest Europas fragt sich fassungslos: Wofür das alles?

Kommentar von Sebastian Schoepp

Es hätte viele Auswege gegeben. Aber die Streitparteien in Spanien waren wild entschlossen, alle Gelegenheiten zur Deeskalation ungenutzt zu lassen.

Angefangen hat Regierungschef Mariano Rajoy, der das illegale Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien einfach hätte banalisieren können, anstatt mit harter Hand den Trotz der Katalanen zu provozieren. Sein Gegenspieler Carles Puigdemont wiederum hätte bis Samstag einfach selber Neuwahlen ausrufen können. Doch er zieht es vor, sich absetzen und womöglich einsperren zu lassen.

Für was das alles? Das fragt sich zunehmend fassungslos der Rest Europas. Für einen Platz im Geschichtsbuch? Für eine Plakette, der unbeugsamste Kämpfer für die katalanische Sache seit dem Bürgerkriegsende 1939 gewesen zu sein? Und das in diesen ohnehin unruhigen Zeiten, in denen man sich in Europa so sehr mehr Einheit statt Spaltung wünschen würde? Die katalanischen Separatisten müssen sich nicht wundern, dass ihnen kaum ein neutraler Betrachter folgen mag.

Nach der Aussetzung der katalanischen Autonomie sind nun Neuwahlen fällig. Die Katalanen hätten es also selbst in der Hand, den Spuk zu beenden. Doch die Fronten sind derart verhärtet, dass man wohl fürchten muss, dass am Ende noch radikalere Kräfte die Oberhand behalten. Diejenigen Katalanen, die einfach nur ihr Leben leben wollen, sind wirklich zu bedauern.

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