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Umgang mit Randalierern:Feiern zwischen Polizisten

Polizeikontrolle in Stuttgart

Trotz einiger Personenkontrollen blieb es am Wochenende weitgehend ruhig: Polizisten am Eckensee in Stuttgart.

(Foto: dpa)

Mit großem Aufwand haben die Behörden sichergestellt, dass es in Stuttgart zu keinen neuen Gewaltexzessen kommt. Natürlich gibt es die Partyszene aber nach wie vor - und die Frage, wie man das Problem an der Wurzel angeht.

Von Claudia Henzler, Stuttgart

Der Platz rund um den Eckensee ist tagsüber einer der idyllischsten Orte der Stuttgarter Innenstadt. Er ist Teil des Schlossgartens, eingerahmt von zwei der schönsten Gebäude, welche die Landeshauptstadt zu bieten hat: die denkmalgeschützte Staatsoper und das herrschaftliche Neue Schloss. Tagsüber lassen junge Mütter dort ihre Kinder im Gras spielen, entspannen Mitarbeiter von Landtag und Ministerien bei einer Pause. Abends aber verwandelt sich das Areal in eine Freiluft-Partyzone für Jugendliche. Sie treffen sich hier, um etwas zu erleben; für die meisten bedeutet dies, dass sie in kleinen Gruppen mit ihren Freunden abhängen, Musik hören und reichlich Alkohol trinken.

Zu späterer Stunde kommt es am Eckensee deshalb immer wieder zu Streit und Rangeleien. Dennoch steht die Politik, und vor allem die Stadt Stuttgart, noch immer recht fassungslos vor der Frage, warum sich dort am vorvergangenen Wochenende ein Funke der Gewalt entzündet hat, der zu einer mehrstündigen Orgie der Zerstörungswut und zu Angriffen auf die Polizei führte.

In der Landespolitik ist der Vorfall schnell zum Wahlkampfthema geworden. Die CDU fordert maximale Härte gegen jugendliche Straftäter, die AfD wettert gegen die Migrationspolitik der Grünen, weil sie bei vielen der Jugendlichen, die in der Krawallnacht unterwegs waren, einen Migrationshintergrund vermutet. Die Stadtpolitik warnt dagegen vor übereilten Schlüssen, bevor die Ermittlungen abgeschlossen sind. Etwa die Hälfte der jungen Stuttgarter habe einen Migrationshintergrund und sei gut integriert.

Für Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) und das Stuttgarter Polizeipräsidium ist es am vergangenen Wochenende zunächst einmal darum gegangen zu vermeiden, dass Nachahmer in die Stadt kommen.

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