Bedrohte Pressefreiheit Türkei verweigert zwei deutschen Korrespondenten die Akkreditierung

Die Bundesregierung beobachtet die Entwicklung der Pressefreiheit in der Türkei "mit wachsender Sorge".

(Foto: AP)

Bei den betroffenen Journalisten handelt es sich um Thomas Seibert, der bisher für den Tagesspiegel aus der Türkei berichtete, sowie Jörg Brase, der für das ZDF vor Ort ist. Die Bundesregierung ist alarmiert.

Die Türkei hat zwei deutschen Journalisten die Akkreditierung verweigert. Er habe am Freitag eine entsprechende Mail der Informationsabteilung des türkischen Präsidialamts erhalten, sagte Thomas Seibert, der unter anderem für den Berliner Tagesspiegel arbeitet. Gründe seien darin nicht genannt worden, sagte Seibert und kündigte an, Einspruch gegen die Entscheidung einzulegen. Seibert war 22 Jahre durchgehend als Journalist in der Türkei akkreditiert.

Auch dem ZDF-Korrespondenten Jörg Brase wurde die Verlängerung der Akkreditierung verweigert. Die stellvertretende ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten nannte die Entscheidung "nicht nur bedauerlich, sondern vollkommen unverständlich". Die Türkei entziehe dem Sender damit die Möglichkeit der Berichterstattung. "Das ZDF wird dagegen Widerspruch einlegen und kann nur hoffen, dass die türkischen Behörden ihre Entscheidung überdenken."

Das Auswärtige Amt in Berlin protestierte gegen die türkische Entscheidung. Die Sprecherin des Ministeriums, Maria Adebahr, erklärte, die Ablehnung der Akkreditierungen sei "nicht nachvollziehbar". Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, Staatssekretär Andreas Michaelis habe ein Telefonat mit dem türkischen Botschafter in Berlin geführt. Darin habe er "nachdrücklich gegen die Entscheidung der türkischen Behörden protestiert" und gefordert, die Verweigerung der Akkreditierungen zurückzunehmen.

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