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Türkei:Glaubensfrage

Ein Haufen Steine, ein Haufen Geschichte, ein Haufen Politik: Seit 1935 ist die Hagia Sophia offiziell ein Museum, das heißt aber noch lange nicht, dass hier Ruhe herrscht.

(Foto: Bülent Kilic / AFP)

Die Hagia Sophia war erst Kirche, dann Moschee, dann Museum. Jetzt will Präsident Erdoğan, dass dort wieder Muslime beten. Es fehlt noch ein Gerichtsurteil, aber das Land ist längst gespalten.

Von Tomas Avenarius

Sie ist alles und eines. Kirche, Moschee, Museum, architektonisches Meisterwerk, Wahrzeichen Istanbuls und touristischer Sehnsuchtsort, zu kaufen auch als Kühlschrankmagnet. Vor allem aber ist sie: Geschichte. Und Gegenwart. Beides in einem. Das geht. Sie hat die Menschen beten und leben oder beten und sterben gesehen, Krönungen, Hochzeiten, Erdbeben, Brände, Aufstand, Krieg, Belagerung, Eroberung. Bei all dem ging es immer auch um sie. So steht sie da bis heute, zerzaust, aber unangetastet, blechgrau die Kuppel, steingrau die Minarette. Die Hagia Sophia, "Kirche der Göttlichen Weisheit". Aber jetzt wird es ernst. Wieder einmal. Wie so oft in den vergangenen 1500 Jahren.

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