Terror Das dritte Signal gilt Europa

Das dritte Signal dieser Terrorwelle gilt Europa. Sogar ein so gut organisiertes Land wie Frankreich mit all seinen Geheimdiensten, Polizeibehörden und jüngst verschärften Sicherheitsgesetzen kann nicht verhindern, dass seine Bürger Opfer islamistischer Terroristen werden. So wie am Freitagmorgen um kurz vor zehn, als ein 35 Jahre alter Mann mit seinem Auto die Absperrung zu einer Industriegas-Fabrik in dem Ort Saint-Quentin-Fallavier bei Lyon durchbrach.

Der Attentäter, dessen Namen die Behörden später mit Yassin Salhi angaben, öffnete mehrere Gasbehälter und zündete sie an. Er löste eine Explosion und einen Brand aus, bevor er überwältigt und festgenommen werden konnte. Zwei Menschen wurden leicht verletzt. Vermutet wird, dass der Täter eine Großexplosion auslösen wollte.

Dann schlagen die Attentäter eben in der Provinz zu

Auf dem Firmengelände entdeckten die Ermittler einen enthaupteten Körper. Der Kopf wurde nahe dem Eingangstor gefunden und war mit arabischen Buchstaben bedeckt. Bei dem Opfer könnte es sich um den Chef eines Betriebs handeln, in dem der Attentäter arbeitete. Präsident François Hollande reiste wegen des Anschlags vorzeitig vom EU-Gipfel in Brüssel ab, um eine Sitzung des französischen Sicherheitsrats im Élysée-Palast zu leiten. Innenminister Bernard Cazeneuve sagte, Yassin Salhi sei bereits im Jahr 2006 überwacht worden, weil er radikale Tendenzen gezeigt habe. Er stehe in Verbindung mit salafistischen Organisationen.

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Die Welt erlebt einen schwarzen Freitag: In einer Gasfabrik nahe Lyon kommt es zu einem Anschlag, wenige Stunden später wird eine Hotelanlage in der tunesischen Stadt Sousse angegriffen und in Kuwait ereignet sich ein Selbstmordanschlag. Die Botschaft der Täter: Der Terror ist überall.   Diskutieren Sie mit uns.

Erst vor einem halben Jahr kamen bei einer Anschlagsserie von Islamisten im Großraum Paris 17 Menschen ums Leben. Danach wurden in Frankreich Polizei und Geheimdienste gestärkt und schärfere Gesetze beschlossen. Die Politiker versicherten, Verdächtige, unter ihnen Rückkehrer aus dem Dschihad, noch besser überwachen zu lassen. Nun müssen die Franzosen zur Kenntnis nehmen, dass das nichts nutzte. Wenn gefährdete Objekte in Großstädten besser gesichert werden, schlagen die Attentäter eben in der Provinz zu. Sie erreichen damit, dass sich das innenpolitische Klima in Frankreich verschärft.

Noch am Freitag nutzte der rechtsextreme Front National das Attentat, um gegen Muslime zu agitieren, was die Gesellschaft weiter spalten dürfte. Zugleich ging in Frankreich die Angst vor neuen Anschlägen um. Präsident Hollande versprach, terroristische Gruppen und Einzeltäter "auszulöschen".