Religion:Die Koffer für Rom sind gepackt

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Religion: Mühsame Meinungsbildung zwischen Laien und Bischöfen: am Samstag auf der vierten Versammlung des Synodalen Weges.

Mühsame Meinungsbildung zwischen Laien und Bischöfen: am Samstag auf der vierten Versammlung des Synodalen Weges.

(Foto: Maximilian von Lachner/Synodaler Weg)

Die Versammlung des "Synodalen Wegs" in Frankfurt bleibt dran an der schmerzhaften Reform der katholischen Kirche - trotz vieler Hindernisse.

Der Synodale Weg, das deutsche Forum zur Reform der katholischen Kirche, hat sich auf seiner dreitägigen Versammlung in Frankfurt am Main noch ein wenig zusammengerauft. Nach einem Eklat zu Beginn, bei dem konservative Bischöfe ein Papier zur Sexualmoral hatten scheitern lassen, zeigte sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, zum Abschluss des Treffens am Samstag vorsichtig optimistisch. Es seien "Entscheidungen mit Signalwirkung" getroffen worden, die das Handeln der Kirche verändern werden, sagte Bätzing. Die deutschen Bischöfe würden mit einem "gepackten Koffer" voller Aufträge nach Rom und auf die Weltsynode reisen, versicherte er.

Ein Instrument der Erneuerung soll die Fortsetzung der Gespräche zwischen Bischöfen, Laien und kirchlichen Mitarbeitern sein: Mit großer Mehrheit verabschiedeten die Delegierten sowie die Bischöfe mit ihrer erforderlichen Zweidrittelmehrheit einen Text, der einen "Synodalen Ausschuss" vorsieht, also eine Verstetigung der Reformbemühungen.

Ein Ziel ist die Neubewertung von Homosexualität und der Rolle der Frauen in der Kirche

Erfolgreich verabschiedet wurden in Frankfurt immerhin Empfehlungen zur Neubewertung von Homosexualität und zu Frauen in sakramentalen Ämtern. In eine zweite Lesung auf dem nächsten Treffen gehen unter anderem Texte zum Umgang mit nicht heterosexuellen Priestern und zur geschlechtlichen Vielfalt. Einige Bischöfe beteuerten, den Reformimpuls schon jetzt in ihre Bistümer zu tragen und nicht erst auf Beschlüsse der Weltkirche und des Heiligen Stuhls in Rom zu warten.

Es sei eine "kräftezehrende" Synodalversammlung gewesen, räumte Irme Stetter-Karp ein, die Präsidentin des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken. Es sei gut, dass die Bischöfe den Ernst der Lage erkannt hätten. "Ich frage mich aber, warum diese Meinungsbildung nicht schon vorher stattgefunden hat", sagte sie als Vertreterin der katholischen Laien. Stetter-Karp sprach sich für mehr Achtsamkeit aus, etwa im Umgang mit queeren Gläubigen und Priestern.

Die fünfte Synodalversammlung im kommenden Frühjahr ist als Abschluss des Synodalen Wegs vorgesehen. Es gibt noch viel zu besprechen: die Rolle von Frauen, den Umgang mit Macht und dem Zölibat, die verpflichtende Ehelosigkeit der Priester. Auslöser des Reformprozesses war die Vertrauenskrise nach Bekanntwerden der Dimensionen sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche.

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:Konservative Bischöfe blockieren Papier zur Sexualmoral

Die Bemühungen, die katholische Kirche zu reformieren, haben auf der Versammlung des "Synodalen Wegs" in Frankfurt einen krachenden Rückschlag erfahren.

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