Stadtrat im thüringischen Eisenach CDU-Stadträte folgen NPD-Antrag - Landeschef empört

Die NPD bringt im thüringischen Eisenach einen Antrag zur Abwahl der linken Bürgermeisterin Katja Wolf ein. Auch einige CDU-Abgeordnete stimmten zu.

CDU-Abgeordnete im Stadtrat von Eisenach haben den Vorsitzenden des thüringischen Landesverbands, Mike Mohring, empört. Offenbar hatten einige Christdemokraten zusammen mit der rechtsextremen NPD abgestimmt.

Die dreiköpfige NPD-Fraktion hatte einen Antrag zur Abwahl der linken Oberbürgermeisterin Katja Wolf eingebracht. Am Ende stimmten 16 Abgeordnete dafür, 17 dagegen. Das berichtet der Mitteldeutsche Rundfunk auf seiner Website. Insgesamt waren 34 Stadträte anwesend. Zur Abwahl Wolfs hätte es ohnehin einer Zweidrittelmehrheit bedurft. CDU-Fraktionschef Raymond Walk sprach dennoch von einem Denkzettel.

In der thüringischen Stadt stellt die CDU elf Sitze, die Linke zehn, die Grünen/Bürger für Eisenach fünf, die SPD vier, die NPD drei. Dazu kommen drei fraktionslose Abgeordnete. Unklar ist, wer außer den CDU-Abgeordneten noch für den Antrag der Nationaldemokraten votierte. Denn selbst für den Fall, dass alle CDUler mit der NPD gestimmt hätten, bliebe zu den 16 Stimmen noch immer eine Lücke.

Landesparteichef Mohring äußerte seinen Unmut über Twitter.

Wolf selbst sagte dem MDR zufolge, sie habe damit gerechnet, dass in geheimer Wahl der eine oder andere sein "politisches Mütchen kühlen" werde - die starke Zustimmung allerdings habe sie eigentlich für undenkbar gehalten.

Wolf ist seit 2012 Oberbürgermeisterin von Eisenach. Damals hatte sie sich bei den Wählern gegen den SPD-Amtsinhaber Matthias Doht durchgesetzt und in der Stichwahl auch den parteilosen Kandidaten der CDU, Raymond Walk, geschlagen.