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Bekannte Spionage-Fälle:Richard Sorge

Der deutsche Journalist Richard Sorge arbeitete während der dreißiger und vierziger Jahre als Korrespondent für deutsche Zeitungen in Japan. Doch das war lediglich eine Tarnung, genau wie seine Mitgliedschaft in der NSDAP. Er baute in Tokio für die Sowjets einen Spionagering auf, der die japanischen Politiker und Militärs aushorchte, aber auch die Deutschen in Japan. Er schaffte es bis zum Presseattaché des deutschen Militärattachés und später auch Botschafters Eugen Ott - und zum Liebhaber von dessen Frau Helma. Als er 1941 von den Plänen des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion erfuhr, warnte er Moskau, fand jedoch kein Gehör. Größeren Erfolg hatte er mit dem Hinweis, dass Japan Indochina angreifen werde. Sibirien war demnach nicht in Gefahr. Aufgrund dieser Informationen verlegte die Rote Armee etliche Divisionen von dort aus nach Westen und stoppte den Vormarsch der deutschen Wehrmacht vor Moskau. Sorge selbst, der sich in Tokio viel zu auffällig verhielt, wurde im Oktober 1941 von den Japanern als Spion verhaftet. Da die Sowjetunion nicht zu einem Austausch des Gefangenen bereit war, wurde Sorge 1944 hingerichtet.

Meisterspion Richard Sorge

Richard Sorge spionierte in Japan für die Sowjetunion

(Foto: sz.sonstige)

Die Motivation: Sorge war als deutscher Soldat im Ersten Weltkrieg schwer verletzt worden. Seine Hoffnung war, dass der Kommunismus der Welt den Frieden bringen würde. Er trat in die Kommunistische Partei Deutschlands ein und wurde vom Militärischen Geheimdienst Moskaus, der GRU, rekrutiert.