Spektakulärer Wechsel:Seehofers Zögling will überlaufen

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Er galt als Talent unter Seehofer - nun will er offenbar die Partei wechseln. Nach SZ-Informationen liebäugelt der frühere Innenstaatssekretär Bernd Weiß mit den Freien Wählern.

Mike Szymanski

Staatssekretärs-Rücktritt nach Streit mit Seehofer

Der CSU-Landtagsabgeordnete und frühere Innenstaatssekretär Bernd Weiß, 44, will zu den Parteifreien wechseln.

(Foto: dpa)

Ein Jahr vor der Landtagswahl in Bayern erwarten die Freien Wähler einen spektakulären Zugang. Der CSU-Landtagsabgeordnete und frühere Innenstaatssekretär Bernd Weiß, 44, will zu den Parteifreien wechseln. Dies wurde der Süddeutschen Zeitung am Samstag in Parteikreisen bestätigt. Noch stünden die Gespräche ganz am Anfang, hieß es.

Aber Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger ließ am Samstag am Rande der Landesversammlung seiner Wählergruppe im fränkischen Roth keinen Zweifel daran, dass Weiß willkommen wäre. "Das ist ein guter Mann mit Rückgrat", sagte Aiwanger der SZ, "solche Leute können wir bei uns gebrauchen". Er hoffe, dass der Wechsel zustande komme. Es liege an Weiß. Im Gespräch ist, Weiß die Direktkandidatur im Stimmkreis Rhön-Grabfeld für die Landtagswahl 2013 anzubieten. Weiß erklärte auf Anfrage lediglich, dass er solche Spekulationen nicht kommentieren wolle.

Weiß gehörte nach der Landtagswahl 2008 für CSU-Chef Horst Seehofer noch zu den Talenten seiner Partei. Er hatte den Abgeordneten aus Unterfranken, der seit 2003 im Landtag sitzt, als Innenstaatssekretär in sein Kabinett berufen. Nur ein Jahr später kam es im Streit um den Aufbau des Digitalfunks zum Zerwürfnis mit Regierungschef Seehofer. Weiß gab sein Amt auf, weil er in der Auseinandersetzung nicht klein beigeben wollte. Während ihm einerseits Respekt für diese Entscheidung entgegengebracht wurde, vermuteten seine Kritiker, Weiß habe lieber wieder als Notar arbeiten wollen.

Wie aus Parteikreisen verlautete, fühlt sich Weiß seit geraumer Zeit in seiner Partei kaltgestellt. Auch der Vorwurf, die politische Arbeit sei ihm nicht wichtig gewesen, habe ihn getroffen. Bei der Aufstellung der Kandidaten für die Bundestagswahl kam er nicht zum Zuge. Im Sommer zog er sich aus CSU-Gremien zurück und erklärte, für den Landtag nicht mehr kandidieren zu wollen. In der CSU hat er seine Karriere beendet.

Der Kreisvorsitzende der Freien Wähler in Rhön-Grabfeld, Gerald Pittner, erklärte: "Wir suchen noch einen Kandidaten." Sollte es Weiß ernst meinen, müsse er aus der CSU austreten. "Dann kann man über alles reden", sagte er. Die Satzung schließe aus, dass Mitglieder anderer Parteien für die Freien Wähler kandidierten.

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