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Parteivorsitz:Walter-Borjans und Esken wollen an die SPD-Spitze

Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken kandidieren für den Parteivorsitz der SPD

(Foto: dpa(2))
  • Walter-Borjans und Esken ziehen zusammen in das Rennen um die SPD-Parteispitze.
  • Ihnen werden gute Chancen nachgesagt, die Unterstützung des Landesvorstands der NRW-SPD zu bekommen.
  • Der Bewerbungszeitraum endet am Sonntag.

Der ehemalige nordrhein-westfälische Landesfinanzminister Norbert Walter-Borjans (66 Jahre) will mit der Bundestagsabgeordneten Saskia Esken aus Baden-Württemberg ins Rennen um den SPD-Bundesvorsitz ziehen. "Das ist der Plan, den wir gemeinsam vereinbart haben", sagte Esken (58) der Deutschen Presse-Agentur. Sie habe "in den letzten Tagen sehr intensive Gespräche" mit Walter-Borjans geführt.

Dieser hatte dem Kölner Stadt-Anzeiger gesagt: "Mich haben viele Menschen, die der SPD nahestehen oder wieder nahestehen wollen, darum gebeten, für den Parteivorsitz zu kandidieren." Ihn treibe "die Krise der SPD seit langem um und ich hätte ein schlechtes Gewissen, wenn ich die Bitte, mich an einem Neustart zu beteiligen, ablehnen würde". Walter-Borjans war von 2010 bis 2017 Finanzminister in NRW und machte sich unter anderem durch den Ankauf sogenannter Steuer-CDs bundesweit einen Namen. Der kurz "Nowabo" genannte Politiker gilt als beliebt in der Partei.

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Aus Nordrhein-Westfalen kandidieren bereits die ehemalige NRW-Familienministerin Christina Kampmann zusammen mit Europa-Staatsminister Michael Roth sowie der Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach im Duo mit Nina Scheer. Um ins Rennen um die Parteispitze einsteigen zu können, benötigen die Kandidaten die Unterstützung von mindestens einem SPD-Landesverband oder von fünf Kreisverbänden.

Bewerbungsfrist läuft am Sonntag ab

Am Freitagabend will der Landesvorstand der NRW-SPD entscheiden, ob er ein Bewerber-Team unterstützt und welches. Walter-Borjans und Esken werden gute Chancen vorausgesagt. Sie sind als einziges der drei Teams auf das Votum des mitgliederstärksten Landesverbandes NRW angewiesen, um überhaupt offiziell ins Rennen um den Bundesvorsitz ziehen zu können. Die anderen beiden Duos haben bereits anderweitig ausreichend Unterstützung. Der Chef der NRW-SPD, Sebastian Hartmann, sagte, er werde einzelne Kandidaturen nicht bewerten, "um ein offenes, faires und transparentes Verfahren für unsere Mitglieder zu ermöglichen".

Bis zum Sonntag können Mitglieder ihre Kandidatur für den SPD-Vorsitz verkünden. Ausdrücklich erwünscht sind Bewerberduos. Von Anfang September an sollen sie sich dann auf 23 Regionalkonferenzen präsentieren, bevor die Mitglieder im Oktober abstimmen. Das Ergebnis soll am 26. Oktober vorliegen. Vereint niemand mehr als die Hälfte der Stimmen auf sich, soll es zu einer zweiten Befragung über die beiden Erstplatzierten kommen. Wer dann vorne liegt, wird vom Vorstand auf dem Parteitag als künftige Spitze vorgeschlagen.

© SZ.de/dpa/saul/aner
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