SPD Kutschaty ist zur Kandidatur um Parteivorsitz bereit

Thomas Kutschaty, SPD-Fraktionsvorsitzender in Nordrhein-Westfalen

(Foto: dpa)
  • Nordrhein-Westfalens SPD-Landtagsfraktionschef, Thomas Kutschaty, hat seine Bereitschaft signalisiert, für die Nachfolge von Andrea Nahles zu kandidieren.
  • Mit Blick auf die Kandidatensuche hatte sich Kutschaty für ein offenes Verfahren ausgesprochen.
  • Kutschaty sprach sich dafür aus, in Berlin auszuloten, welche gemeinsamen Projekte in der Koalition aus Union und SPD noch zu machen seien.

Erstmals hat sich ein namhafter SPD-Politiker positiv über eine mögliche Kandidatur um den Parteivorsitz geäußert. So signalisierte Nordrhein-Westfalens SPD-Landtagsfraktionschef, Thomas Kutschaty, seine Bereitschaft, für die Nachfolge von Andrea Nahles zu kandidieren. "Großen Herausforderungen darf man nicht hinterherlaufen, man darf aber auch nicht davor weglaufen", sagte Kutschaty dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Mit Blick auf die Kandidatensuche hatte sich Kutschaty für ein offenes Verfahren ausgesprochen. Es sei immer gut, wenn für bestimmte Ämter auch mehrere Personen kandidierten. Er könne sich auch eine Mitglieder-Urwahl vorstellen, sagte der SPD-Politiker. Auch eine Doppelspitze sei eine Möglichkeit. Überlegenswert sei, einen Mann und eine Frau zu nehmen. All dies solle geprüft werden. "Wenn nicht jetzt, wann dann besteht die Möglichkeit zu einer solchen durchgreifenden Veränderung."

Kutschaty sprach sich dafür aus, in Berlin auszuloten, welche gemeinsamen Projekte in der Koalition aus Union und SPD noch zu machen seien. Er nannte unter anderem die Grundrente und Steuergerechtigkeit. Es sei Aufgabe der neuen Parteispitze in Berlin, zu sondieren, was bislang erfolgreich gelaufen sei, was noch umgesetzt werden könne und was nicht gehe. Trotz der Personalfragen dürfe die SPD aber nicht die Inhalte vernachlässigen, forderte Kutschaty.

Wenn die Union sich weiter weigere, bestimmte Dinge mitzumachen, müsse man zur Erkenntnis kommen, es gehe mit der Union so nicht weiter, und man müsse getrennte Wege gehen. Kutschaty hatte sich von Anfang an gegen die Bildung der großen Koalition in Berlin ausgesprochen.

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